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Öko-Test im März 2026: Trommelwirbel – Nicht ganz sauber.

Die Ausgabe 3/2026 der Zeitschrift Öko-Test enthält zu Waschmitteln zwei Artikel mit den Titeln „Nicht ganz sauber“ und „Trommelwirbel“. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) wird im ersten Artikel mehrmals kurz zitiert und gibt zu den folgenden Themenbereichen zusätzliche Informationen:

  • Wäschewaschen entlastet die Umwelt
  • Lösen Duftstoffe in Waschmitteln Allergien aus?
  • Duftstoffe, Tenside und die epitheliale Barrierehypothese
  • Bioabbau der Tenside
  • Optische Aufheller
  • Polymere
  • Kann Glyphosat in Kläranlagen aus dem Phosphonat DTPMP entstehen?

Wäschewaschen entlastet die Umwelt

Wäschewaschen bringt Textilien viele Male in einen wieder verwendbaren Zustand. Daher entlastet Wäschewaschen die Umwelt. Das bestätigt die Studie „Der Lebensweg eines T-Shirts“, die im Jahr 2019 an der Technischen Universität Berlin im Arbeitskreis des Umweltwissenschaftlers Professor Matthias Finkbeiner im Auftrag des IKW erstellt wurde.

Diese Studie macht deutlich: Baumwollproduktion und T-Shirt-Herstellung bestimmen maßgeblich die meisten der betrachteten möglichen Effekte auf die Umwelt, z. B. Landnutzung, Süßwassernutzung, Rohstoffverbrauch sowie negative Auswirkungen auf Gewässer und ihre Lebewesen. Ebenso wie die Herstellung hat die Nutzung eines T-Shirts, einschließlich der Verwendung von Waschmitteln beim Waschvorgang sowie das Trocknen dieses T-Shirts, auf zwei Umweltauswirkungen einen relevanten Einfluss: das Treibhauspotenzial und den Ressourcenverbrauch Wasser. Überraschenderweise hängt nicht nur das Treibhauspotenzial, sondern auch der Ressourcenverbrauch Wasser mit der Energiebereitstellung zusammen, denn er wird hauptsächlich durch den Bedarf an z. B. Kühlwasser in Kraftwerken bedingt, nicht durch das „sichtbare Wasser“ in der Waschmaschine. Um beim Waschen und Trocknen im Haushalt die Umweltauswirkungen maßgeblich zu verringern, gilt daher:

  1. Waschen bei niedrigen Temperaturen,
  2. genaue Dosierung des Waschmittels, passend zur Textilmenge, zum Verschmutzungsgrad und zur Wasserhärte,
  3. volle Beladung der Waschmaschine und
  4. Wäschetrocknen im Freien.

Lösen Duftstoffe in Waschmitteln Allergien aus?

Einen sehr hohen Stellenwert für Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln hat die Vermeidung von allergischen Reaktionen auf diese Produkte und von Sensibilisierungen. Inhaltsstoffe mit einem gewissen Sensibilisierungspotenzial (z. B. bestimmte Duftstoffe) werden nur weit unterhalb von Konzentrationen eingesetzt, die zu einer Sensibilisierung führen könnten.

Auch Fachleute des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e. V. (www.daab.de) und des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken bestätigen: „Durch Wasch- und Reinigungsmittel, Weichspüler, Mittel zur Fleckenvorbehandlung oder gewaschene Wäsche werden nur ausgesprochen selten Allergien ausgelöst“, siehe Kontaktallergien und Reizungen - Spielen Wasch- und Reinigungsmittel eine Rolle?

Duftstoffe, Tenside und die „epitheliale Barrierehypothese“

Die Zeitschrift Öko-Test zitiert im Artikel „Nicht ganz sauber“ Professorin Traidl-Hoffmann von der Universität Augsburg. Sie weist auf die sogenannte epitheliale Barrierehypothese hin. Demnach verringern Tenside die Barrierewirkung der Haut z. B. gegenüber Duftstoffen. Professorin Traidl-Hoffmann bringt dies in der Zeitschrift Öko-Test nicht nur mit Allergien in Verbindung, sondern auch mit mentalen Erkrankungen, multipler Sklerose und Alzheimer. Belege werden dafür keine genannt.

Der IKW nimmt an, dass die Aussagen in dem Artikel von Öko-Test in Verbindung mit der Veröffentlichung „Globale Umweltveränderungen und die ‚epithelial barrier hypothesis‘“ in der Fachzeitschrift „Die Dermatologie“ stehen, die Frau Traidl-Hoffmann als Ko-Autorin nennt. Es werden jedoch keine Belege geliefert, sondern lediglich „Assoziationen“ postuliert. Assoziationen können aber nicht ohne Weiteres als ursächliche (kausale) Zusammenhänge interpretiert werden. Zudem heißt es in der Veröffentlichung, dass die Ausweitung der Barrierehypothese auf neuropsychiatrische Erkrankungen „ambitioniert“ erscheint. Selbst der Begründer dieser Hypothese weise darauf hin, dass ein Kausalitätsnachweis in Bezug auf neuropsychiatrische Erkrankungen aussteht.

Unter realistischen Anwendungsbedingungen ist eine Verringerung der Hautbarriere in einem Maße, welche klinisch relevant wäre, höchst unwahrscheinlich. Da nach dem Waschprozess mit einem anschließenden Spülprozess Tenside weitgehend entfernt werden, verbleiben lediglich Spurenrückstände auf den Textilien, und zwar in Konzentrationen, bei denen kein Risiko für die Hautgesundheit zu erwarten ist – auch nicht für empfindliche Bevölkerungsgruppen.

Es ist allgemein anerkannt, dass Tenside aufgrund ihrer physikochemischen Eigenschaften bei ausreichender Konzentration und Exposition irritative Effekte aufweisen können. Da dies umfassend bekannt ist, werden diese systematisch toxikologisch bewertet und bei der Produktentwicklung sowie der Formulierung ausdrücklich berücksichtigt.

Angesichts der unklaren wissenschaftlichen Grundlage für die Barrierehypothese ist es umso überraschender, dass die Zeitschrift Öko-Test Professorin Traidl-Hoffmann mit folgender Frage zitiert: „Was passiert mit dem Kind, das zwischen ein und fünf Jahren mit aggressiven Waschmitteln in Kontakt gekommen ist?“ Der IKW ist interessiert, diese Frage auf fachlicher Grundlage zu beantworten. Unklar ist für den IKW aber noch, welche Produkte mit dem Begriff „aggressive Waschmittel“ gemeint sind und welche Art von Kontakt Kinder im Alter zwischen ein und fünf Jahren mit solchen Produkten haben.

Wie umweltfreundlich sind Tenside?

Tenside werden auch als waschaktive Substanzen bezeichnet. Sie lösen fetthaltigen oder Pigmentschmutz von Textilien ab. Tenside, die in der Europäischen Union in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, müssen in Gegenwart von Sauerstoff aus der Luft, also unter aeroben Bedingungen, vollständig bioabbaubar sein. In Deutschland ist es bereits seit vielen Jahren Standard, dass die biologischen Klärstufen belüftet, also unter aeroben Bedingungen betrieben werden. Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2022 98,6 Prozent der Haushalte in Deutschland an solche Kläranlagen angeschlossen.

Der biologische Abbau von Tensiden in Abwesenheit von Luftsauerstoff ist also nur für eine eher kleine Anzahl an Haushalten in Deutschland relevant. Der IKW kann daher nicht nachvollziehen, warum Kritik an Tensiden geäußert wird, die anaerob schlecht abbaubar sind.

Warum werden optische Aufheller eingesetzt?

Neue weiße Textilien enthalten optische Aufheller, die sich mit der Zeit auswaschen. Als Inhaltsstoffe von Vollwaschmitteln und zum Teil auch von Feinwaschmitteln für weiße Textilien verhindern optische Aufheller, dass weiße Textilien vergilben, und können so die Nutzungsdauer der Textilien verlängern.

Optische Aufheller werden in Kläranlagen hauptsächlich über den Klärschlamm aus dem Abwasser entfernt. Klärschlamm wird im Sinne der Umwelt- und Ressourcenschonung als Rohstoff weiterverwendet. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2024 bereits 82 Prozent des Klärschlamms thermisch verwertet, d. h. zur Energiegewinnung verbrannt. Die deutsche Klärschlammverordnung sieht vor, dass ab dem Jahr 2032 der in Deutschland anfallende Klärschlamm zu 100 Prozent verbrannt wird.

Was geschieht mit Polymeren in Kläranlagen?

Unterschiedliche Polymere werden in Waschmitteln eingesetzt. Die meisten werden zum größten Teil über den Klärschlamm aus dem Abwasser entfernt, einige sind biologisch abbaubar. Nachfolgend werden zwei Beispiele beschrieben:

  • Die sogenannten Polycarboxylate sind die mengenmäßig größte Gruppe wasserlöslicher Polymere. Sie erleichtern das Ablösen von Schmutz, halten gelösten Schmutz im Wasser und verhindern Kalkablagerungen auf der Wäsche und in den Waschmaschinen. Polycarboxylate werden zu Anteilen von bis 95 Prozent in Kläranlagen eliminiert. Für die in Oberflächengewässer gelangenden Mengen an Polycarboxylaten ergibt die Sicherheitsbeurteilung, dass diese Mengen für Gewässer und ihre Lebewesen unbedenklich sind. Übrigens werden auch in Kläranlagen Polycarboxylate dem Abwasser bei der Aufarbeitung zugefügt.
  • Für die Hülle von vordosierten Waschmitteln und Reinigungsmitteln, sogenannten Gelkapseln, oder auch bestimmten Tabletten (Tabs), wird Polyvinylalkohol-Folie eingesetzt. Dieses Polymer ist wasserlöslich und biologisch abbaubar. Auch für die Mengen an gelöstem Polyvinylalkohol, die in Oberflächengewässer gelangen, ergibt die Sicherheitsbeurteilung, dass sie für Gewässer und ihre Lebewesen unbedenklich sind.

Kann Glyphosat in Kläranlagen aus dem Phosphonat DTPMP entstehen?

Im Artikel „Nicht ganz sauber“ wird Professorin Dr. Carolin Huhn von der Universität Tübingen zitiert. Sie nimmt an, dass in Kläranlagen das Herbizid Glyphosat aus Phosphonaten wie z. B. Diethylen­triaminpenta(methylenphosphonsäure) („DTPMP“) entstehen könne, die Inhaltsstoffe von bestimmten Waschmitteln sind. Kürzlich hat Professorin Huhn den Ablauf der Kläranlage von Erlangen analysiert und schätzt, dass von dieser Kläranlage pro Tag 28 Gramm Glyphosat in den Fluss Regnitz eingeleitet werden. Professorin Huhn ordnet diese Menge ausschließlich Waschmitteln zu.

Der IKW hat diese Zahl ins Verhältnis zu den Mengen an DTPMP gestellt, die seine Mitgliedsfirmen pro Jahr in Waschmitteln in Deutschland auf den Markt bringen. Unter konservativen Annahmen ergibt die Rechnung, dass in der Kläranlage in Erlangen theoretisch 4 Gramm Glyphosat pro Tag aus DTPMP entstehen könnten, siehe: Berechnung der theoretisch möglichen Glyphosat-Menge aus DTPMP in Haushaltswaschmitteln. Dies ist nur ein kleiner Teil (etwa 14 Prozent) der 28 Gramm pro Tag, die Frau Professorin Huhn in der Kläranlage von Erlangen ermittelt und ausschließlich den Waschmitteln zugeordnet hat. Für den IKW stellt sich die Frage, woher der restliche Anteil Glyphosat stammt, der den Großteil der gemessenen Menge ausmacht.

Aus Sicht des IKW besteht für Mensch und Umwelt kein Risiko durch die Verwendung des Phosphonats DTPMP, das in einigen Waschmitteln als Inhaltsstoff eingesetzt wird. DTPMP liegt in Kläranlagen nur in sehr niedrigen Konzentrationen vor. Unter realistischen Bedingungen entsteht daraus keine signifikante Menge an Glyphosat. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Oberflächengewässer in der Europäischen Union seit Jahrzehnten überwacht und auch auf Konzentrationen von Glyphosat überprüft werden. Dabei zeigt sich, dass die Konzentrationen an Gly­phosat nicht steigen und keine Bedenken für die Umwelt bestehen, da die Messwerte weit unter dem Grenzwert für mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt liegen.

Stand: 18. März 2026

Der Text steht auch als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

 

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