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Stellungnahme des IKW-Bereichs Haushaltspflege zum Abbau von DTPMP

Es besteht kein Risiko für Mensch und Umwelt durch die Verwendung des Phosphonats DTPMP, das in einigen Waschmitteln als Inhaltsstoff eingesetzt wird.[1] DTPMP liegt in Kläranlagen nur in sehr niedrigen Konzentrationen vor. Unter realistischen Bedingungen entsteht daraus keine signifikante Menge an Glyphosat. Auch eine Berechnung des IKW unter konservativen Annahmen zeigt, dass DTPMP aus Waschmitteln nicht für die Mikrospuren verantwortlich sein kann, über die derzeit in Medien berichtet wird.

Der Bayerische Rundfunk berichtete im Januar 2026[2] über Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Carolin Huhn von der Universität Tübingen. Die Arbeitsgruppe nimmt an, dass in Kläranlagen das Herbizid Glyphosat aus Phosphonaten wie z. B. Diethylen­triaminpenta­(methylen­phosphon­säure) („DTPMP“) entstehen könne, die Inhaltsstoffe von bestimmten Waschmitteln sind. Einschätzungen der Arbeitsgruppe zufolge würden von der Kläranlage Erlangen pro Tag 28 Gramm Glyphosat in den Fluss Regnitz eingeleitet. Frau Professorin Huhn ordnet diese Menge ausschließlich Waschmitteln zu.

Der IKW hat diese Zahl ins Verhältnis zu den Mengen an DTPMP gestellt, die seine Mitglieds­firmen pro Jahr in Waschmitteln in Deutschland auf den Markt bringen. Unter konservativen Annahmen ergibt die Rechnung, dass in der Kläranlage in Erlangen theoretisch 4 Gramm Glyphosat pro Tag aus DTPMP entstehen können (Berechnung siehe Anhang). Dies ist nur ein kleiner Teil (etwa 14 Prozent) der 28 Gramm pro Tag, die Frau Professorin Huhn in der Kläranlage von Erlangen ermittelt und ausschließlich den Waschmitteln zugeordnet hat. Für den IKW stellt sich die Frage, woher der restliche Anteil Glyphosat stammt, der den Großteil der gemessenen Menge ausmacht.

Professorin Dr. Marion Martienssen von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg forscht seit mehreren Jahren zum Abbau von Phosphonaten in der Natur. Ihr liegen keine Belege vor, dass aus DTPMP in Kläranlagen Glyphosat in signifikanten Mengen entstehen kann.

Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Oberflächengewässer in der EU und den USA seit Jahrzehnten überwacht und auch auf Konzentrationen von Glyphosat überprüft werden. Dabei zeigt sich, dass die Konzentrationen an Gly­phosat nicht steigen und keine Bedenken für die Umwelt bestehen, da die Messwerte weit unter dem Grenzwert für mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt liegen.

Nach gründlicher Prüfung der wissenschaftlichen Befunde bleibt für den IKW festzustellen, dass die Bildung von Glyphosat aus DTPMP vernachlässigbar ist. Wir setzen uns für Transparenz und einen fortlaufenden Dialog ein, um Bedenken auszuräumen, und werden die Entwicklungen in diesem Bereich weiterhin verfolgen.

Hintergrundinformation zu Phosphonaten wie DTPMP:

Phosphonate werden in Wasch- und Reinigungsmitteln als Stabilisatoren für Enzyme und Bleichmittel sowie als Wasserenthärter eingesetzt. Sie tragen zu einer verbesserten Wasch­leistung und Wirkung gegen Flecken schon bei niedrigen Temperaturen bei. Im Jahr 2024 wurden von den IKW-Mitgliedsfirmen weniger als 710 Tonnen DTPMP eingesetzt.  

Anhang:Berechnung der maximalen Menge an Glyphosat, die unter konservativen Annahmen in der Kläranlage von Erlangen aus DTPMP entstehen kann

Im Jahr 2024 setzten Mitglieds­firmen des IKW in Waschmitteln, die in Deutschland auf den Markt gelangen, knapp 710 Tonnen DTPMP ein. Davon entfallen auf das Ein­zugs­gebiet der Kläranlage von Erlangen etwa 1,17 Tonnen pro Jahr an DTPMP bzw. 3,2 Kilogramm pro Tag. Laut einer Veröffent­lichung[3], an der Frau Professorin Huhn mitgewirkt hat, können unter optimierten Laborbedingungen daraus 4 Gramm Gly­phosat pro Tag entstehen.

Laut Bayerischem Rundfunk geht Frau Prof. Huhn davon aus, dass täglich 28 Gramm Glyphosat in den Fluss Regnitz gelangen. Dieser Wert ist um den Faktor 7 höher als die vom IKW unter konservativen Annahmen berechneten Glyphosat-Mengen, die theoretisch aus DTPMP entstehen können.

 

 

Erlangen: 116.000 Einwohner (31. Dez. 2024, Wikipedia, abgerufen am 4.2.2026)

inklusive der an die Kläranlage Erlangen angeschlossenen Gemeinden: 138.000 Einwohner (siehe: Klärwerk Erlangen / Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen (EBE))

Deutschland: 83 517 000 Einwohner (31. März 2025; (Wikipedia, abgerufen am 4.2.2026)

138.000/83 517 000 = 0,165 Prozent der Einwohner in Deutschland sind an die Kläranlage Erlangen angeschlossen.

IKW-Umfrage (2024): 710 t DTPMP und ihre Na-Salze wurden in einem Jahr in Deutschland in Waschmitteln vermarktet.

Molmasse von DTPMP (nur freie Säure) 573 g/mol (Der Bezug auf die freie Säure führt zu einer konservativen Abschätzung, da die Molmasse der freien Säure kleiner ist als die Molmassen der üblicherweise eingesetzten Salze.)

Eintrag an DTPMP pro Jahr in Erlangen: 0,165 % x 710 t/a = 1,17 t/a DTPMP bzw. 2.046 mol/a

Eintrag an DTPMP pro Tag: 1,17 t/a : 365 = 3,2 kg/d DTPMP

Maximale, in jüngsten Laborversuchen ermittelte Ausbeute (siehe: A. M. Röhnelt et al., https://www.nature.com/articles/s41467-025-57473-7.pdf): 0,42 mol-%.

Die Verwendung dieses Wertes führt zu einer konservativen Abschätzung der Bildung von Glyphosat aus DTPMP.

Berechnung der theoretischen maximalen Glyphosatmenge aus DTPMP in der Kläranlage von Erlangen ohne möglichen Bioabbau: 2.046 mol/a * 0,0042 = 8,6 mol/a Glyphosat

8,6 mol/a : 365 = 0,024 mol/d  

Molmasse Glyphosat (freie Säure) 169 g/mol; 0,024 mol/d * 169 g/mol = 4 g/d Glyphosat

Geschätzte Ausleitung in den Fluss Regnitz bei Erlangen von Huhn et al.: 28 g/d Glyphosat (siehe 2)


Die Stellungnahme kann hier als PDF-Datei abgerufen werden .


Stand: 12. Februar 2026
 

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