Tenside: waschaktive Substanzen in Reinigungsmitteln, Waschmitteln und Spülmitteln

Tenside sind Wirkstoffe, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen und so für eine bessere Benetzung von Gegenständen und Geweben sorgen. Gleichzeitig lösen sie den Schmutz der zu reinigenden Oberflächen oder Fasern.

Es werden vier Tensidklassen unterschieden: anionische, nichtionische, kationische und amphotere Tenside.

Während in Waschmitteln überwiegend anionische und nichtionische Tenside enthalten sind, verleihen kationische Tenside den Weichspülern ihre speziellen Eigenschaften. Bei den heute verwendeten kationischen Tensiden handelt es sich um Esterquats, die im Vergleich zu den früheren Tensidvarianten ohne Estergruppe schneller biologisch abgebaut werden.

In Maschinengeschirrspülmitteln entspannen spezielle schaumarme, nichtionische Tenside das Wasser und sorgen für die Benetzung des Spülguts. Handgeschirrspülmittel enthalten hauptsächlich Kombinationen aus anionischen, nichtionischen und amphoteren Tensiden, damit insbesondere fetthaltiger Schmutz bei größtmöglicher Schonung der Haut optimal vom Spülgut entfernt wird.

Die Tenside gehören zu den toxikologisch und ökologisch am besten untersuchten Stoffgruppen unter allen Inhaltsstoffgruppen von Waschmitteln, Maschinengeschirrspülmitteln und Handgeschirrspülmitteln. Wegen ihrer überragenden Bedeutung für den Waschvorgang und Spülvorgang sowie der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt stellt die Entwicklung von Tensiden und Tensidkombinationen einschließlich ihrer Absicherung eine besondere Herausforderung dar. Resultat ist, dass alle heute in Waschmitteln und Geschirrspülmitteln enthaltenen Tenside vollständig biologisch abbaubar sind.

Auch müssen in der EU alle in Reinigungsmitteln für Privatverbraucher enthaltenen Tenside vollständig biologisch abbaubar sein.

Die biologische Abbaubarkeit von Tensiden

Zu über 80 % werden anionische und nichtionische, zu einem geringeren Teil auch amphotere Tenside als waschaktive Substanzen eingesetzt. Außerdem kommen z. B. kationische Tenside zum Einsatz: in Weichspülern, um die Wäsche angenehm weich zu machen oder in Autopflegemitteln, damit das Fahrzeug schneller trocknet

Die charakteristische Eigenschaft von Tensiden ist, dass sie schlecht in Wasser lösliche Anschmutzungen (z. B. Fett) von der Oberfläche ablösen. Dies gelingt ihnen, da ihre Struktur sowohl einen

  • „wasserliebenden“ (hydrophilen) als auch einen
  • „fettliebenden“ (lipophilen) Teil aufweist.

Der durch Tenside abgelöste Schmutz gelangt mit dem Abwasser in die Kläranlage, wo der biologische Abbau der Tenside erfolgt. Beim biologischen Abbau unterscheidet man zwischen dem Primärabbau und dem vollständigen Abbau (Endabbau).

Der Primärabbau ist der erste und entscheidende Schritt. Dabei verlieren die eingesetzten Tenside ihre charakteristische schmutzlösende Eigenschaft und gleichzeitig ihre Gefährlichkeit für Wasserlebewesen. Der Endabbau der Tenside erfolgt in mehreren Schritten, bis nur noch Wasser, Mineralsalze und Kohlendioxid übrig bleiben. Dabei vermehren sich in den Kläranlagen auch die Bakterien und es entsteht „Biomasse“.

Laut Detergenzienverordnung muss der Endabbau der Tenside unter Laborbedingungen innerhalb von 28 Tagen erfolgt sein. In solchen Laborprüfungen werden Tenside wesentlich langsamer als z. B. in Kläranlagen abgebaut. Bestehen Tenside die strengen Abbautests im Labor, so vollzieht sich ihr Abbau unter Alltagsbedingungen sehr schnell: In Kläranlagen sind die Tenside dann bereits nach wenigen Stunden zu mehr als der Hälfte abgebaut.