Kooperationen und Initiativen
Die von den IKW-Mitgliedern hergestellten und vertriebenen Produkte für Schönheits- und Haushaltspflege sind Konsumgüter, die sehr nahe mit den Verbrauchern in Berührung kommen. Sie erleichtern das tägliche Leben und tragen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Schönheit bei. Aus dieser Nähe entsteht ein intensives Informationsbedürfnis. Durch eine hohe Dialogbereitschaft gegenüber allen involvierten Gesellschaftsgruppen kommt der IKW diesem Bedürfnis entgegen und leistet damit einen Beitrag zur Stärkung der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit von Schönheits- und Haushaltspflegeprodukten.
Dazu zählen zum Beispiel Verbraucherverbände und andere Organisationen ebenso wie Behörden und politische Institutionen. Seit langer Zeit diskutieren wir deshalb Fragen von öffentlichem Interesse im Rahmen der Gesprächsplattform „Dialog Kosmetik“, dem Verbraucherportal „haut.de“ und der Nachhaltigkeitsinitiative „Forum Waschen“.
Produkte & Sicherheit/Produkte
Stellungnahme des IKW-Bereichs Haushaltspflege zum Abbau von DTPMP
Es besteht kein Risiko für Mensch und Umwelt durch die Verwendung des Phosphonats DTPMP, das in einigen Waschmitteln als Inhaltsstoff eingesetzt wird.[1] DTPMP liegt in Kläranlagen nur in sehr niedrigen Konzentrationen vor. Unter realistischen Bedingungen entsteht daraus keine signifikante Menge an Glyphosat. Auch eine Berechnung des IKW unter konservativen Annahmen zeigt, dass DTPMP aus Waschmitteln nicht für die Mikrospuren verantwortlich sein kann, über die derzeit in Medien berichtet wird.
Der Bayerische Rundfunk berichtete im Januar 2026[2] über Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Carolin Huhn von der Universität Tübingen. Die Arbeitsgruppe nimmt an, dass in Kläranlagen das Herbizid Glyphosat aus Phosphonaten wie z. B. Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure) („DTPMP“) entstehen könne, die Inhaltsstoffe von bestimmten Waschmitteln sind. Einschätzungen der Arbeitsgruppe zufolge würden von der Kläranlage Erlangen pro Tag 28 Gramm Glyphosat in den Fluss Regnitz eingeleitet. Frau Professorin Huhn ordnet diese Menge ausschließlich Waschmitteln zu.
Der IKW hat diese Zahl ins Verhältnis zu den Mengen an DTPMP gestellt, die seine Mitgliedsfirmen pro Jahr in Waschmitteln in Deutschland auf den Markt bringen. Unter konservativen Annahmen ergibt die Rechnung, dass in der Kläranlage in Erlangen theoretisch 4 Gramm Glyphosat pro Tag aus DTPMP entstehen können (Berechnung siehe Anhang). Dies ist nur ein kleiner Teil (etwa 14 Prozent) der 28 Gramm pro Tag, die Frau Professorin Huhn in der Kläranlage von Erlangen ermittelt und ausschließlich den Waschmitteln zugeordnet hat. Für den IKW stellt sich die Frage, woher der restliche Anteil Glyphosat stammt, der den Großteil der gemessenen Menge ausmacht.
Professorin Dr. Marion Martienssen von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg forscht seit mehreren Jahren zum Abbau von Phosphonaten in der Natur. Ihr liegen keine Belege vor, dass aus DTPMP in Kläranlagen Glyphosat in signifikanten Mengen entstehen kann.
Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Oberflächengewässer in der EU und den USA seit Jahrzehnten überwacht und auch auf Konzentrationen von Glyphosat überprüft werden. Dabei zeigt sich, dass die Konzentrationen an Glyphosat nicht steigen und keine Bedenken für die Umwelt bestehen, da die Messwerte weit unter dem Grenzwert für mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt liegen.
Nach gründlicher Prüfung der wissenschaftlichen Befunde bleibt für den IKW festzustellen, dass die Bildung von Glyphosat aus DTPMP vernachlässigbar ist. Wir setzen uns für Transparenz und einen fortlaufenden Dialog ein, um Bedenken auszuräumen, und werden die Entwicklungen in diesem Bereich weiterhin verfolgen.
Hintergrundinformation zu Phosphonaten wie DTPMP:
Phosphonate werden in Wasch- und Reinigungsmitteln als Stabilisatoren für Enzyme und Bleichmittel sowie als Wasserenthärter eingesetzt. Sie tragen zu einer verbesserten Waschleistung und Wirkung gegen Flecken schon bei niedrigen Temperaturen bei. Im Jahr 2024 wurden von den IKW-Mitgliedsfirmen weniger als 710 Tonnen DTPMP eingesetzt.
Anhang:Berechnung der maximalen Menge an Glyphosat, die unter konservativen Annahmen in der Kläranlage von Erlangen aus DTPMP entstehen kann
Im Jahr 2024 setzten Mitgliedsfirmen des IKW in Waschmitteln, die in Deutschland auf den Markt gelangen, knapp 710 Tonnen DTPMP ein. Davon entfallen auf das Einzugsgebiet der Kläranlage von Erlangen etwa 1,17 Tonnen pro Jahr an DTPMP bzw. 3,2 Kilogramm pro Tag. Laut einer Veröffentlichung[3], an der Frau Professorin Huhn mitgewirkt hat, können unter optimierten Laborbedingungen daraus 4 Gramm Glyphosat pro Tag entstehen.
Laut Bayerischem Rundfunk geht Frau Prof. Huhn davon aus, dass täglich 28 Gramm Glyphosat in den Fluss Regnitz gelangen. Dieser Wert ist um den Faktor 7 höher als die vom IKW unter konservativen Annahmen berechneten Glyphosat-Mengen, die theoretisch aus DTPMP entstehen können.
| Erlangen: 116.000 Einwohner (31. Dez. 2024, Wikipedia, abgerufen am 4.2.2026) inklusive der an die Kläranlage Erlangen angeschlossenen Gemeinden: 138.000 Einwohner (siehe: Klärwerk Erlangen / Entwässerungsbetrieb der Stadt Erlangen (EBE)) Deutschland: 83 517 000 Einwohner (31. März 2025; (Wikipedia, abgerufen am 4.2.2026) 138.000/83 517 000 = 0,165 Prozent der Einwohner in Deutschland sind an die Kläranlage Erlangen angeschlossen. |
IKW-Umfrage (2024): 710 t DTPMP und ihre Na-Salze wurden in einem Jahr in Deutschland in Waschmitteln vermarktet. Molmasse von DTPMP (nur freie Säure) 573 g/mol (Der Bezug auf die freie Säure führt zu einer konservativen Abschätzung, da die Molmasse der freien Säure kleiner ist als die Molmassen der üblicherweise eingesetzten Salze.) Eintrag an DTPMP pro Jahr in Erlangen: 0,165 % x 710 t/a = 1,17 t/a DTPMP bzw. 2.046 mol/a Eintrag an DTPMP pro Tag: 1,17 t/a : 365 = 3,2 kg/d DTPMP |
Maximale, in jüngsten Laborversuchen ermittelte Ausbeute (siehe: A. M. Röhnelt et al., https://www.nature.com/articles/s41467-025-57473-7.pdf): 0,42 mol-%. Die Verwendung dieses Wertes führt zu einer konservativen Abschätzung der Bildung von Glyphosat aus DTPMP. Berechnung der theoretischen maximalen Glyphosatmenge aus DTPMP in der Kläranlage von Erlangen ohne möglichen Bioabbau: 2.046 mol/a * 0,0042 = 8,6 mol/a Glyphosat 8,6 mol/a : 365 = 0,024 mol/d Molmasse Glyphosat (freie Säure) 169 g/mol; 0,024 mol/d * 169 g/mol = 4 g/d Glyphosat |
Geschätzte Ausleitung in den Fluss Regnitz bei Erlangen von Huhn et al.: 28 g/d Glyphosat (siehe 2) |
[1] https://www.heraproject.com/substance/phosphonates/ (Abruf: 10. Februar 2026)
[2] Neue Analyse: Glyphosat in Gewässern stammt aus Waschmitteln | BR24 (Abruf: 10. Februar 2026)
[3] Glyphosate is a transformation product of a widely used aminopolyphosphonate complexing agent (Abruf: 10. Februar 2026)
Die Stellungnahme kann hier als PDF-Datei abgerufen werden .
Stand: 12. Februar 2026
Links
A.I.S.E., Association Internationale de la Savonnerie, de la Détergence et des Produits d’Entretien
Auf den Internetseiten des Internationalen Verbandes der Hersteller von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln (A.I.S.E., Association Internationale de la Savonnerie, de la Détergence et des Produits d’Entretien) finden sich in englischer Sprache u. a. Marktzahlen, Verbraucherinformationen zum Waschen und Reinigen, zur Produktsicherheit, zur Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der Produkte sowie Verknüpfungen zu den Mitgliedsverbänden der A.I.S.E. in Europa und Australien.
Bundesanzeiger
Über diese Adresse sind unter anderem die Veröffentlichungen deutscher Rechtsvorschriften im Bundesgesetzblatt und im Bundesanzeiger kostenpflichtig zu beziehen. Hierzu wird auch ein Recherchedienst angeboten.
Cleanright
Auf dieser Website finden Verbraucher, Nichtregierungsorganisationen und andere Institutionen eine Vielzahl nützlicher Informationen über Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel für den privaten Gebrauch. Der Internationale Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittelverband (A.I.S.E.) und der Europäische Chemieindustrieverband (Cefic) haben gemeinsam unter dem Titel "Cleanright" dieses Informationsangebot zu Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln und deren Inhaltsstoffen für das Internet erstellt.
EUR-Lex
Auf der Website der Europäischen Union sind unter dieser Adresse nicht nur alle Veröffentlichungen im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften seit dem 1.1.1998, sondern auch konsolidierte Fassungen mehrerer Richtlinien in allen Amtssprachen der EU kostenfrei abrufbar.
FORUM WASCHEN
Hier finden Sie aktuelle Informationen über das Nachhaltigkeitsprojekt FORUM WASCHEN der deutschen Wasch- und Reinigungsmittelindustrie.
GINETEX Germany
GINETEX Germany ist seit 1977 zuständig für die Pflegekennzeichnung von Textilien in Deutschland. Die Pflegekennzeichen in Bekleidung und Wäschestücken informieren über die angemessene Pflege (z. B. Waschtemperatur, Waschprogramm, Trocknung, Bügeln).
HERA-Projekt
Im Rahmen des HERA-Projekts werden Sicherheitsbewertungen für Inhaltsstoffe von WPR-Mitteln erstellt, sowohl in Bezug auf Auswirkungen auf den Menschen als auch auf die Umwelt.
IHO
Homepage vom Industrieverband Hygiene- und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendung e. V.
Thüringer Landfrauenverband e.V.
IKW und der Thüringer Landfrauenverband arbeiten im FORUM WASCHEN zusammen. Schwerpunkt der Zusammenarbeit: Verbraucherinformation im Bereich Waschen.
https://www.thueringer-landfrauenverband.info/
Bundesweite Aktionstag - Nachhaltiges Waschen
Jeweils am 10. Mai eines Jahres findet der Bundesweite Aktionstag - Nachhaltiges Waschen statt. Hierzu finden Sie Informationen und viele nützliche Hinweise.
www.forum-waschen.de/aktionstag-nachhaltig-ab-waschen
ACI, The American Cleaning Institute©
Der Verband der Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln in den Vereinigten Staaten von Amerika (ACI, The American Cleaning Institute©) bietet auf seinen Internetseiten u. a. einen Überblick über die Produkte, Beschreibungen zu Umwelt- und Gesundheitsschutz und Informationen für Kinder in englischer Sprache.
https://www.cleaninginstitute.org/about-aci
A.I.S.E. Charter for Sustainable Cleaning
Hier finden Sie aktuelle Informationen über die Initiative Nachhaltiges Waschen und Reinigen der europäischen Wasch- und Reinigungsmittelhersteller ("A.I.S.E. Charter for Sustainable Cleaning").
http://www.sustainable-cleaning.com/
Förderinstitution des Verbandes der Chemischen Industrie e. V.
Einen Bereich stellt die "Schulpartnerschaft Chemie" dar, bei der die Unterrichtsförderung einen Schwerpunkt darstellt. Mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien will der Fonds Lehrer wie Schüler über aktuelle Entwicklungen in der Chemie auf dem Laufenden halten.
Internationale Verband für Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel (A.I.S.E.)
Der Internationale Verband für Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel (A.I.S.E., Brüssel) hat das Einstufungs- und Kennzeichnungsnetzwerk DetNet erarbeitet, das der sachgerechten Einstufung und Kennzeichnung von Waschmitteln (Pulver oder Flüssigprodukte), Handgeschirrspülmitteln und Allzweckreinigern sowie ähnlich zusammengesetzten Produkten dient.
Caps weg von Kindern
Die Initiative "Caps weg von Kindern" bietet wichtige Hinweise zum sicheren Umgang mit Flüssigwaschmittel-Kapseln und zur Vermeidung von Unfällen.
Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI)
Der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) bietet Portale zu Technischen Regelwerken, REACH, Responsible Care, DIB, Mittelstand, Fonds, TUIS und zu weiteren speziellen chemierelevanten Themen.














