Unser Wissen über Schönheitspflege
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Informatives
Forschung in der Kosmetik

Moderne Kosmetikprodukte leisten einen wichtigen Beitrag zur Hygiene und Pflege des Körpers. Die Dusche am Morgen, das tägliche Zähneputzen und Händewaschen wie auch die Haare zu pflegen und sich zu schminken gehören für die meisten von uns zu ihrem Alltag. Dass die Produkte die versprochene Wirkung erzielen und sicher sind, dafür sorgt auch die Kosmetikforschung. Häufig bleibt dabei verborgen, welche enormen personellen, zeitlichen und finanziellen Aufwendungen hinter jedem neuen Wirkstoff und jedem innovativen Produkt stehen.
Die Kosmetikindustrie investiert weltweit jährlich mehrere Milliarden Euro in die Forschung (2021: 2 Mrd. Euro). Als Resultat werden jedes Jahr viele hundert Patente für Inhaltsstoffe mit verbesserten Eigenschaften und neue Rezepturen angemeldet sowie unzählige neuartige Produkte in den Markt eingeführt. Damit gehört die Kosmetik zu den innovativsten Bereichen der Konsumgüterindustrie.
Der Beitrag der Hersteller zu Innovation und Sicherheit
Die Kosmetikforschung orientiert sich hierbei an vielfältigen Aufgabenstellungen. Grundlage bilden die Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher an neue und verbesserte kosmetische Produkte und die Anforderungen des Gesetzgebers an die Wirksamkeit sowie die Sicherheit und Verträglichkeit von Kosmetika.
So wie sich Verbraucherbedürfnisse verändern, so verändern sich auch die Anforderungen an Kosmetikprodukte. Kosmetikhersteller und die Kosmetikforschung entwickeln daher kontinuierlich neue Produkte, die auf Basis neuer funktioneller Inhaltsstoffe hochwirksam sind. Ebenso werden bei bereits eingeführten Produkten Qualität und kosmetische Eigenschaften, wie z. B. Textur, Duft oder Verteilbarkeit und Umweltfreundlichkeit, permanent verbessert.
Sowohl die Neuentwicklung kosmetischer Produkte als auch deren Weiterentwicklung erfordern umfangreiche Forschungsmaßnahmen, um die Sicherheit und Unbedenklichkeit der Produkte unter Beweis zu stellen. Art und Umfang der Aktivitäten sind in Gesetzen und Verordnungen, aber auch in über diese hinausgehenden Selbstverpflichtungen genau geregelt.
Hinzu kommen außerdem Forschungsarbeiten, um die Wirksamkeit von Kosmetikprodukten zu belegen. Denn laut Gesetz dürfen bei kosmetischen Mitteln nur solche Wirkungen ausgelobt werden, die nachgewiesen sind. Der Nachweis der Wirksamkeit – z. B. durch Tests mit Zellkulturen, Messungen im Labor und klinische Studien – bedeutet einen erheblichen Forschungsaufwand für die Hersteller. Jedes Jahr werden auf diese Weise Hunderte von Wirkstoffen untersucht.
Was leistet Kosmetikforschung?
In den Forschungsteams der Unternehmen finden sich Spezialisten aus vielen verschiedenen Disziplinen, z. B. Chemie, Biologie, Physik und Medizin. Hinzu kommen qualifizierte Mikrobiologen, Verfahrenstechniker und andere, um die Entwicklung und Anwendung neuester Untersuchungs-, Kontroll- und Messverfahren zu gewährleisten.
Hierbei vertieft die Kosmetikforschung kontinuierlich das Grundlagenwissen über Haut, Haare und Zähne und die damit zusammenhängenden biologischen Mechanismen. Aufbauend auf diesem Wissen können neue Wirkstoffe erschlossen und innovative Produkte entwickelt werden, die den Körper schützen und pflegen und damit zu seiner Gesunderhaltung beitragen. Hinzu kommt die Entwicklung von Untersuchungs- und Bewertungsverfahren, mit deren Hilfe grundlegende biologische Prozesse aufgedeckt und die Leistungen neuer Rezepturen geprüft werden können.
Innovative Technologien und Wirkstoffe
Nach wie vor spielt das Thema Hautalterung eine wichtige Rolle in der Kosmetik. Hierbei geht es zum einen darum, die Haut gesund zu erhalten. Es besteht aber auch bei vielen der Wunsch, jünger als das biologische Lebensalter auszusehen und die Alterungsprozesse in der Haut zu verlangsamen. Hersteller kosmetischer Produkte forschen daher sehr gezielt, um biochemische Alterungsprozesse der Haut noch besser zu verstehen. Dabei kommen hochmoderne Technologien zum Einsatz, von denen hier nur eine kleine Auswahl genannt wird.
Neue Erkenntnisse zur Hautalterung liefern beispielsweise molekulare Methoden wie vergleichende Genexpressionen. Bei der Proteomanalyse handelt es sich um eine Querschnittstechnologie, bestehend aus Molekularbiologie, Proteinchemie, Bildverarbeitung und Massenspektroskopie.
Immer wichtiger werden auch ganzheitliche Forschungsansätze, die sich mit umfassenden Analysen der Prozesse im menschlichen Körper beschäftigen. Forschungsbereiche mit der Endung „omik“ (im Englischen „omics“), wie beispielsweise die Genomik, die das gesamte Genom untersucht, oder die Mikrobiomik, welche die Mikroorganismen im und auf dem Körper erforscht, zielen darauf ab, den Organismus in seiner Gesamtheit zu erfassen.
In eine ähnliche Richtung geht auch der kosmetische Ansatz einer ganzheitlichen Betrachtung der Haut. Äußere Schönheit manifestiert sich hierbei nicht unbedingt in einem jugendlichen Aussehen. Hierbei geht es vielmehr um eine langfristig gesündere Haut, die Wohlbefinden und Selbstbewusstsein verspricht und die Auswirkungen von psychischen Belastungen wie Stress oder hormonellen Veränderungen miteinbezieht. Neuere Kosmetikkonzepte berücksichtigen Themen wie Wechseljahre und Biorhythmus, insbesondere die circadiane Uhr (Tag-Nacht-Rhythmus), die einen großen Einfluss auf die Hautfunktionen hat. Tagsüber stehen z. B. Schutzmechanismen im Vordergrund, nachts Reparaturprozesse. Durch gezielte Anwendung zur richtigen Tageszeit lässt sich so die Wirksamkeit von Produkten steigern. Entsprechend werden Inhaltsstoffe eingesetzt, die zum jeweiligen Rhythmus der Haut oder des Haares passen. In der Nacht sind das regenerierende Wirkstoffe, wie z. B. Aminosäuren, Bakuchiol, pflanzliche Öle oder Ceramide. Tagsüber sind das Stoffe mit schützenden Eigenschaften, wie z. B. Ceramide, Glukane zur Unterstützung der Hautbarriere oder Carotinoide. Auch Aloe, Hanf zur Beruhigung und zum Stressabbau oder schützende Antioxidantien wie Astaxanthin und die bekannten Wirkstoffe Vitamin E und C sind hier zu nennen.
Zu den effektivsten Wirkstoffen gegen Hautalterung, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, zählen z. B. Breitbandfilter, die sowohl UV-B- als auch UV-A-Licht absorbieren und damit auch die Zellen in tieferen Hautschichten optimal schützen. Der Entfernung der für die Altershaut typischen toten Hautzellen von der Oberfläche dienen Hydroxy- oder Fruchtsäuren.
Peptidgemische sowie spezifisch definierte Moleküle, z. B. Vitamin A oder Oligopeptide, kurbeln die natürliche Kollagenproduktion wieder an, während Niacinamid die Co-Enzym-A-Synthese stimuliert und so den Zellstoffwechsel, die Bildung von Membranlipiden und Kollagenen fördert. Einen völlig neuartigen Zellschutz bietet die Gruppe kompatibler Solute, die die Struktur von Hautproteinen stabilisieren und deren natürliche Funktion erhalten.
Bei der Erforschung neuer Wirkstoffe haben sich hierbei neuartige In-vitro-Hautmodelle bewährt, da an ihnen Untersuchungen am Menschen simuliert werden können. Die Hautmodelle reagieren wie die menschliche Haut auf physiologisch gleiche Weise auf Umweltstress, z. B. Sonnenlicht, und auf Bioaktivstoffe.
Auch in der Haarpflege sorgen innovative Technologien für neue Pflegeansätze. Und wie in der Hautpflege spielt auch in der Haarpflege das Thema „Rhythmus“ eine Rolle, z. B. indem die verschiedenen Wachstumsphasen des Haares angesprochen werden und die Kopfhaut durch neue Wirkstoffkombinationen unterstützt wird. So zeigen Forschungsergebnisse, wie sich die Kopfhaut durch Stoffe wie Aloe vera oder Bisabolol beruhigen lässt, die Haarwurzeln über Aminosäuren aktivieren lassen und der Schutz der Haare etwa über Ceramide aufgebaut werden kann.










