Wo kann ich einen Überblick über die Inhaltsstoffe von Kosmetika bekommen?

Kosmetische Mittel unterliegen den umfangreichen und strengen Regelungen der Kosmetik-Gesetzgebung. Alle am Markt befindlichen Produkte werden einer Sicherheitsbewertung von Experten unterzogen und sind intensiven Kontrollen durch die zuständigen Überwachungsbehörden unterworfen. So wird gewährleistet, dass kosmetische Mittel für den Verbraucher sicher und gesundheitlich unbedenklich sind. 

Letztendlich kann aber jeder Stoff, ob natürlicher oder synthetischer Herkunft, in irgendeiner Form bei einzelnen Verbrauchern Unverträglichkeiten hervorrufen, meist in Abhängigkeit von Menge und Verwendung. So kann selbst Wasser für die Haut schädlich sein bei zu langer Einwirkung, und das im Haushalt verwendete Kochsalz ist bei hoher Dosierung akut toxisch. 

Gelegentlich werden z.B. im Internet Listen mit angeblich „gefährlichen Inhaltsstoffen“ in kosmetischen Mitteln angeboten. Bei dieser Herangehensweise werden aber lediglich die isolierten Inhaltsstoffe betrachtet, ohne deren genaue Einsatzbedingungen im Fertigprodukt zu beachten. Fachlich sinnvoll ist nur die Bewertung der tatsächlichen Konzentrationen dieser Inhaltsstoffe in den jeweiligen Rezepturen und damit die sogenannte Exposition. Diese ist entscheidend für die Sicherheit und Verträglichkeit des Produktes. 

Eine Liste kosmetischer Inhaltsstoffe und deren Funktionen im Kosmetikprodukt mit weitergehenden Erläuterungen sind zu finden unter: http://www.haut.de/inhaltsstoffe-inci/

„Silikone“ ist der Oberbegriff für eine sehr große Klasse von Stoffen, die maßgeschneidert verschiedenste Aufgaben in Kosmetikprodukten erfüllen. In Shampoos werden sie eingesetzt unter anderem zur Glättung der Haarfaser, für mehr Geschmeidigkeit, leichtere Kämmbarkeit, mehr Glanz, gegen statische Aufladung („Fliegen“ der Haare) oder als Emulgator. Aus gesundheitlicher Sicht besteht durch die Anwendung silikonhaltiger kosmetischer Produkte keine Beeinträchtigung – unabhängig davon, welche Silikone zur Anwendung kommen.

Auf allen kosmetischen Mitteln ist die vollständige Angabe der Inhaltsstoffe vorgeschrieben. Sie erfolgt nach der so genannten INCI-Nomenklatur (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients). Diese baut auf chemischen Fachbezeichnungen sowie lateinischen Pflanzennamen auf. Die Inhaltsstoffe in Anteilen von mehr als 1 % werden auf der Verpackung mit absteigender Reihenfolge ihrer Konzentrationen angegeben. Was an erster Position steht, ist am meisten enthalten.

 

Für Verbraucher stellt das Webportal www.haut.de eine komplette Datenbank zu allen Inhaltsstoffen (INCI-Bezeichnungen), die in kosmetischen Produkten anzutreffen sind, zur Verfügung: http://www.haut.de/inhaltsstoffe-inci/

Schon seit vielen Jahren werden in kosmetischen Mitteln im Wesentlichen zwei Stoffe verwendet, die die Definition eines Nanomaterials erfüllen können – die beiden meist als UV-Filter in Sonnenschutzmitteln eingesetzten Pigmente Titandioxid und Zinkoxid. Diese schirmen die Haut durch eine Kombinationswirkung von Reflexion, Streuung und Absorption vor einem Großteil der auftreffenden UV-Strahlung ab. Nanoskaliges Titandioxid beispielsweise zeichnet sich nicht nur durch sein breites UV-Absorptionsspektrum, sondern auch durch andere positive Eigenschaften aus: eine sehr gute Photostabilität und Hautverträglichkeit. Durch die Verkleinerung der Teilchen hinab in den Nanometerbereich konnten der Weißeleffekt auf der Haut minimiert und die Anwendungseigenschaften der Produkte optimiert werden, was für die Akzeptanz der Produkte beim Verbraucher und damit für einen effizienten Sonnenschutz von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Diese beiden Stoffe sind umfangreich untersucht und ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit ist umfassend dokumentiert. 

Grundsätzlich muss nach dem EU-Kosmetikrecht die Sicherheit aller kosmetischen Mittel – unabhängig davon, ob die Produkte Inhaltsstoffe enthalten, die unter die Definition „Nanomaterial“ fallen, oder nicht – immer im konkreten Einzelfall vom Hersteller geprüft und belegt werden (Sicherheitsbewertung gemäß Kosmetik-Verordnung

Tenside sind sogenannte waschaktive Stoffe und von großer Bedeutung für den Reinigungsvorgang. Sie werden in allen Produkten eingesetzt, die der Reinigung des Körpers dienen, z. B. Shampoo, Duschgels und Zahnpasten. Meist werden verschiedene Tenside in den Produkten kombiniert, um die Formeln zu optimieren. Damit erzielt man eine hohe Reinigungskraft, bestmögliche Anwendungseigenschaften und eine gute Verträglichkeit der Produkte.

Glycerin wird als Feuchthaltemittel verwendet. Es besitzt hygroskopische, das heißt Wasser anziehende Eigenschaften und wird in kosmetischen Mitteln als Feuchtigkeitsspender und -binder eingesetzt. Als einfachster der so genannten dreiwertigen Alkohole ist Glycerin eine bei Raumtemperatur farb- und geruchlose, viskose und hygroskopische Flüssigkeit, die süßlich schmeckt. Zusammen mit Fettsäuren ist es Grundbaustein aller wichtigen Fette, insbesondere der Triglyceride (Glycerin plus drei Fettsäuremoleküle).

Schönheitspflegemittel tragen wesentlich zu Gesunderhaltung und Wohlbefinden des Menschen bei, z. B. durch Reinigung, Schutz der Haut und vieles mehr. Sind kosmetische Mittel nicht oder nicht ausreichend geschützt, so besteht die Möglichkeit, dass sie von Mikroorganismen befallen werden. Diese Bakterien, Hefen oder Pilze können Krankheiten verursachen und damit die Gesundheit des Verbrauchers beim täglichen Umgang mit den Produkten beeinträchtigen. Kosmetische Mittel sind in ungeöffnetem Zustand frei von krankmachenden Keimen. Der Eintrag der Mikroorganismen erfolgt in der Regel erst durch den Verbraucher selbst bei der Entnahme des Produktes. Eine Konservierung der Produkte ist daher in vielen Fällen unumgänglich, um einen mikrobiellen Verderb über den gesamten Verwendungszeitraum hinweg zu verhindern. 

In der EU sind derzeit ca. 50 Stoffe zur Konservierung von kosmetischen Mitteln zugelassen. Diese Stoffe werden umfangreichen Prüfungen hinsichtlich ihrer Sicherheit unterzogen. Erst nach Prüfung der entsprechenden Studien durch ein unabhängiges wissenschaftliches Komitee werden sie zur Konservierung kosmetischer Mittel zugelassen. Je nach Produkttyp werden häufig auch Kombinationen von Konservierungsstoffen verwendet, da das Wirkungsspektrum der Stoffe oftmals nicht breit genug ist, um mit nur einem Stoff alle relevanten Keime abzudecken. Einige kosmetische Mittel müssen aber nicht konserviert werden, da die Formulierung aufgrund der Verwendung bestimmter Inhaltsstoffe das Wachstum von Mikroorganismen verhindert. Als Beispiele können Rasierwässer (aufgrund ihres erhöhten Alkoholgehaltes) oder Dauerwellen (aufgrund ihres hohen pH-Wertes) genannt werden. Auch Produkte, die kein Wasser enthalten, müssen in der Regel nicht konserviert werden (Puder etc.). 

Insgesamt ist festzustellen, dass eine Konservierung vieler kosmetischer Mittel zum Schutz des Verbrauchers unbedingt notwendig ist. Es wird dabei auf sichere Rohstoffe zurückgegriffen.