Wie wirksam und sicher ist selbst gemachte Kosmetik?

Beauty-Produkte zum Selbermachen sind sehr angesagt. Ein Deo oder eine Körperlotion in der heimischen Küche in Eigenregie schnell anrühren? Das klingt in Zeiten eines anhaltenden Do-it-Yourself-Trends mehr als verführerisch. In Medienberichten und Blog-Beiträgen erscheint die Herstellung eigener Kosmetikprodukte daher auch als einfach und günstig. Häufig wird außerdem der Eindruck vermittelt, dass durch die Verwendung nur weniger selbst zusammengestellter Zutaten das Endprodukt gesünder als gekaufte Kosmetik sei. Das stimmt jedoch nicht. Alle Inhaltsstoffe, die in kosmetischen Produkten verwendet werden, müssen gesundheitlich unbedenklich sein. Strenge gesetzliche Regelungen in der EU sorgen dafür, dass Verbraucher in Deutschland unbesorgt Kosmetik einkaufen können.

Wer trotzdem Spaß an selbst gemachter Kosmetik hat, sollte einige Dinge beachten. Denn diese Produkte sind mit Kosmetik, die Verbraucher im Handel erwerben können, nicht vergleichbar. Sie erfüllen in Hinblick auf Hygiene, Haltbarkeit und Wirksamkeit nicht die Anforderungen, welche der Gesetzgeber und die Kosmetikhersteller an die Produkte stellen. So sollte bei der eigenen Herstellung beispielsweise darauf geachtet werden, dass alle Gefäße, Spatel und sonstigen Utensilien penibel sauber sind. Da selbst gemachte Kosmetik in der Regel keine Stoffe zur Konservierung enthält, verdirbt sie auch schneller. Sie sollte daher immer im Kühlschrank gelagert und zügig aufgebraucht werden.

Es ist ein Mythos, dass selbst hergestellte Kosmetik aufgrund der wenigen Inhaltsstoffe besser verträglich sei als gekaufte. Die Verträglichkeit ist nicht abhängig von der Menge der verwendeten Stoffe. Denn ist in einem selbst gemachten Produkt ein Stoff enthalten, auf den der Allergiker mit einer Unverträglichkeit reagiert, dann kann er auch das Produkt mit nur wenigen Stoffen nicht anwenden. Insofern ist nicht die Menge entscheidend, sondern die Auswahl und Qualität der in einem Produkt eingesetzten Stoffe. Die Kosmetikindustrie forscht seit Jahrzenten daran, Roh- und Wirkstoffe so zu kombinieren, damit sie für Verbraucher sehr gut verträglich sind und die bestmögliche Wirkung entfalten. Hierbei werden immer neue hochwirksame Stoffe und Technologien entwickelt, die in selbst hergestellter Kosmetik nicht enthalten sind.

Eine Pflege selbst herzustellen, die den Ansprüchen der eigenen Haut oder Haare genügt, ist außerdem sehr komplex. Für einen Laien ist es oft schwierig, die einzelnen Zutaten so aufeinander abzustimmen, dass sie den individuellen Pflegebedürfnissen gerecht werden. Denn neben der Auswahl und Zusammenstellung der Inhaltsstoffe ist auch die Dosierung der Stoffe entscheidend. Manche Inhaltsstoffe – auch natürliche – können Allergien auslösen, vor allem, wenn sie zu hoch dosiert sind. Selbstgemachte Kosmetik entspricht daher hinsichtlich Hygiene, Haltbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit in den meisten Fällen nicht den Anforderungen gewerblich hergestellter konventioneller Kosmetik oder Naturkosmetik.