Was unternehmen Hersteller gegen Keime in Kosmetika?

Kosmetische Mittel müssen nach den gesetzlichen Anforderungen sicher für den Verbraucher sein. Das schließt auch die mikrobiologische Sicherheit mit ein. Die Herstellung der Produkte erfolgt daher mit der größtmöglichen Sorgfalt, damit keine krankheitserregenden Keime enthalten sind oder sich in den Produkten vermehren können. So werden die Ausgangsstoffe wie auch die Fertigprodukte regelmäßig auf den Keimgehalt und die mikrobiologische Stabilität hin überprüft. Durch entsprechend ausgewählte Inhaltsstoffe, optimierte Rezepturen, ausreichende Konservierung und angepasste Verpackungslösungen stellen die Hersteller eine gute Haltbarkeit von Kosmetika während ihrer Verwendungsdauer sicher.

Die Kosmetikunternehmen setzen hierbei auch auf ein mikrobiologisches Qualitätsmanagement (MQM). Dieses zielt darauf ab, dass nur solche Erzeugnisse produziert werden, welche die strengen Anforderungen des MQM erfüllen und daher für den Verbraucher in mikrobiologischer Hinsicht sicher sind. Eine umfassende MQM-Strategie beginnt bereits bei der Produktentwicklung, beinhaltet die Einhaltung der Kosmetik-GMP (Gute Herstellungspraxis, GMP: Good Manufacturing Practice) und bezieht auch das Qualitätsmanagement bezogen auf die Lieferanten mit ein.

In seltenen Fällen kann es trotzdem zu einer mikrobiellen Verunreinigung kommen. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) bewertet in seiner aktuellen Stellungnahme die gesundheitlichen Risiken kosmetischer Produkte, die eine Kontamination mit Pluralibacter gergoviae (ehemals Enterobacter gergoviae) aufweisen. Bisher liegen keine Informationen über Infektionen durch den Gebrauch von Kosmetikprodukten vor. Das BfR empfiehlt jedoch aufgrund des gesundheitlichen Risikopotenzials des Keims, dass in Kosmetikprodukten keine Belastung mit Pluralibacter gergoviae vorhanden sein sollte – insbesondere um empfindliche Risikogruppen zu schützen.

Auch wenn in den letzten Jahren nur einige wenige Verunreinigungen mit Pluralibacter gergoviae durch das europäische Schnellwarnsystem für Verbraucherprodukte „Safety Gate“ (vormals RAPEX) gemeldet wurden, nehmen die Kosmetikhersteller die Empfehlungen des BfR sehr ernst. Denn die Sicherheit der Verbraucher steht für die Hersteller kosmetischer Produkte an erster Stelle. Um eine Verunreinigung ihrer Produkte mit Mikroorganismen zu verhindern, ergreifen die Hersteller eine Vielzahl von Maßnahmen, wie beispielsweise eine sachgerechte Konzeption der Herstellungsanlagen, eine konsequente Reinigung und Desinfektion aller an der Produktion beteiligten Geräte sowie eine gute Betriebs- und Personalhygiene.

Für den gesamten Verwendungszeitraum schützen Konservierungsstoffe – deren Sicherheit auf EU-Ebene umfassend geprüft wurde – das kosmetische Produkt, indem sie den Verderb durch Mikroorganismen verhindern und somit die Gesundheit des Verbrauchers schützen.