Was machen eigentlich Sicherheitsbewerter?

Auch wenn ihr Aufgabengebiet den wenigsten bekannt ist – ohne Sicherheitsbewerter geht es in der Kosmetik nicht. Sie sind die Expert*innen, die wesentlich dafür verantwortlich sind, dass ein kosmetisches Produkt alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Denn Kosmetikhersteller müssen jedes Produkt vor dem Verkaufsstart in der EU einer umfassenden gesundheitlichen Sicherheitsbewertung unterziehen. Das schreibt das europäische Kosmetikrecht so vor. Die Hersteller beauftragen hierfür spezielle Expert*innen, die Sicherheitsbewerter*innen. Diese beurteilen und dokumentieren die Unbedenklichkeit der Inhaltsstoffe und des Produktes, bevor es in den Markt eingeführt wird.

Die Bewertung basiert hierbei auf Sicherheitsinformationen, die den Sicherheitsbewerter*innen sowohl zum fertigen Produkt als auch zu allen darin enthaltenen Inhaltsstoffen vorliegen. Der Prozess der Bewertung ist sehr umfangreich und komplex. Denn er bezieht neben einer Reihe von Informationen wie beispielsweise die vorhersehbare Anwendung und die sich daraus ergebende Exposition auch die Verpackungsgestaltung und das Verpackungsmaterial mit ein. Darüber hinaus müssen zusätzlich Informationen zum Herstellungsprozess und mikrobiologische und physikalisch-chemische Daten berücksichtigt werden. Von besonderer Bedeutung sind außerdem die toxikologischen Profile aller Bestandteile.

Das toxikologische Profil kosmetischer Stoffe

Das toxikologische Profil wird für jeden einzelnen in einem kosmetischen Produkt enthaltenen Stoff erstellt. Hierfür stellt der Sicherheitsbewerter zunächst alle vorliegenden Informationen zu den Eigenschaften eines Stoffes zusammen. Diese Informationen können beispielsweise auf Testdaten (in vivo und in vitro), Humandaten, Erfahrungen aus der Praxis oder Verträglichkeitsuntersuchungen beruhen. Anhand dieser Daten und der Einsatzkonzentration des Stoffes sowie in Abhängigkeit davon, unter welchen Bedingungen ein Produkt angewendet werden soll – hierzu zählen beispielsweise die Anwendungsart, -dauer, -häufigkeit sowie der Anwendungsort des Produktes –, beurteilt der Sicherheitsbewerter die möglichen Auswirkungen des Stoffes auf die menschliche Gesundheit.

Alle Informationen und die Schlussfolgerung werden am Ende der Bewertung in einem Sicherheitsbericht festgehalten. Dieser ist der wichtigste Bestandteil der sogenannten Produktinformationsdatei, mit welcher die Hersteller dokumentieren, dass das kosmetische Produkt bei „normaler und vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher“ ist und auch sonst alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Regelmäßige Fortbildung für Sicherheitsbewerter

Damit Sicherheitsbewerter*innen bei wissenschaftlichen Themen und der Gesetzgebung immer auf dem aktuellen Stand sind, gibt es seit mehr als 20 Jahren regelmäßige Fortbildungen für Sicherheitsbewerter, die vom IKW und der DGK (Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik) gemeinsam angeboten werden und mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können. Mehr Informationen zu dem Fortbildungsprogramm, das auch in einer Online-Version zur Verfügung steht, gibt es auf den Internetseiten www.sicherheitsbewerter.info.

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