Sonnenschutz für die Haut – goldene Regeln und Tipps

Dass intensive Sonneneinstrahlung die Gesundheit gefährden kann, ist bekannt. Doch welche konkreten Folgen hat sie für die Haut? Und wie schützen sich unterschiedliche Hauttypen am besten vor der Sonne?

Warum ist Sonnenschutz für die Haut wichtig?


Die goldenen Regeln fürs Sonnenbaden


Sonnenschutz für die Haut – häufige Fragen und Antworten

 

Warum ist Sonnenschutz für die Haut wichtig?

Über die Intensität der Sonneneinstrahlung sind viele Menschen immer wieder erstaunt. Wenn die Sonne endlich scheint, ist sie meist willkommen. Sie steigert das menschliche Wohlbefinden und ist für einige Stoffwechselprozesse im Körper sogar lebensnotwendig. Doch wer sich ungeschützt zu lange in der Sonne aufhält, mutet sich eine zu starke Strahlendosis zu, auch in mitteleuropäischen Breitengraden. Diese hohen Strahlenbelastungen haben für einen besorgniserregenden Anstieg von chronischen Lichtschäden gesorgt – neben einer vorzeitigen Hautalterung sind dies insbesondere Hautkrebserkrankungen.

Gefahren durch UV-Strahlen:

    • Sonnenbrand

    • Hautalterung

    • Pigment- und Altersflecken

    • bleibende Gefäßerweiterungen

    • Heller Hautkrebs
    • Melanome

 

Die goldenen Regeln fürs Sonnenbaden

Das moderne Freizeitverhalten der letzten Jahrzehnte hat die Belastung des Einzelnen mit UV-Strahlung zum Teil erheblich erhöht. Zudem hat sich – besonders in der südlichen Hemisphäre – die UV-Einstrahlung durch die Ausdünnung der Ozonschicht verstärkt. Die natürlichen Schutzmechanismen der Haut reichen heute nicht mehr aus, um unsere Haut bei dieser Mehrbelastung durch energiereiche Strahlung der Sonne gesund zu erhalten. Zusätzlicher Schutz ist dringend erforderlich. Das gilt ganz besonders, um gesundheitliche Risiken bei einem längeren Aufenthalt in der Sonne zu minimieren. Der IKW hat drei goldene Regeln aufgestellt – für den richtigen Schutz in der Sonne.

Goldene Regel Nr. 1: Sonnenschutz für verschiedene Hauttypen

Zur gezielten UV-Abwehr gehört immer ein zum eigenen Hauttyp passendes und wirksames Sonnenschutzmittel. Welcher Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels erforderlich ist, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Ein wichtiges Kriterium ist der persönliche Hauttyp. Doch welcher Hauttyp bin ich? Hautfarbe, Augenfarbe und Haarfarbe treffen in Kombination eine Aussage über den Hauttyp. Bestimmen Sie vor dem Kauf eines Sonnenschutzmittels individuell Ihren Hauttyp, zum Beispiel unter www.haut.de.

Goldene Regel Nr. 2: Sonnenbrand vermeiden ist das A&O

Sonnenbrand unbedingt vermeiden! Das heißt: Scheint die Sonne über einen längeren Zeitraum, sollten Sie sich vermehrt im Schatten aufhalten, die Haut mit Kleidung bedecken und eine Sonnenbrille aufsetzen. Kopfbedeckung nicht vergessen!

Vorsicht bei dünn gewebten Stoffen! Gerade luftige Sommerkleidung lässt UV-Strahlung oftmals durch.

Goldene Regel Nr. 3: Sonnen-Intensität beachten

Nicht nur der individuelle Hauttyp bestimmt den benötigten Lichtschutzfaktor – auch die Intensität der Sonnenstrahlung, also der UV-Index, ist entscheidend: Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie nach, welchen Schutz Sie vor Ort brauchen. Erkundigen Sie sich daher tagesaktuell und standortbezogen mit individuellen Informationen zum erforderlichen Lichtschutzfaktor – beispielsweise auf den Internetseiten des Deutschen Wetterdiensts oder des Bundesamts für Strahlenschutz.

Sonnenschutz für die Haut – häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor beim Sonnenschutz?

Eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Produktes spielt der Lichtschutzfaktor (LSF), der auf allen Produkten wie Cremes, Gelen oder Sprays angegeben ist. Der LSF gibt die Wirksamkeit des Sonnenschutzproduktes an: Ein hoher LSF steht für eine starke Schutzwirkung gegen UV-B-Strahlung, ein niedriger LSF für einen entsprechend geringeren Schutz.

Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Reihe neuer Erkenntnisse über die schädigenden Auswirkungen der UV-Strahlung gewonnen. Zuvor hatte man sich in der Forschung in erster Linie auf die Problemstellung Sonnenbrand konzentriert, der durch den UV-B-Anteil der Sonnenstrahlung ausgelöst wird. Die Wirkung der UV-A-Strahlen wurde lange Zeit unterschätzt. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen jedoch, dass die UV-A-Strahlung ebenfalls an lichtbedingten Hautveränderungen beteiligt ist.

Weitere Fragen und Antworten zum Lichtschutzfaktor.

Wie viel Sonnencreme und wie oft muss man nachcremen?

Sonnenschutzmittel sind kein Freibrief für einen unbegrenzten Aufenthalt in der Sonne. Durch Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen der Haut kann die Schutzwirkung der Mittel sich verringern. In jedem Fall sollten Anwender regelmäßig nachcremen, um die Schutzwirkung aufrecht zu erhalten. Diese Maßnahmen verlängern jedoch nicht die Schutzwirkung. Sie wird dadurch lediglich aufrechterhalten und gilt nur einmal für jeden Tag. Wird hingegen zu wenig aufgetragen, kann das Produkt seine Wirkung nur eingeschränkt entfalten. Als Faustregel für eine optimale Auftragsmenge gilt: circa drei Esslöffel für den gesamten Körper. Entscheidend ist, dass die Produkte großzügig verwendet und alle Körperpartien gleichmäßig eingecremt werden.

Sonnencreme, Sonnenmilch, Gel oder Spray?

  • Creme: Bietet aufgrund ihres hohen Fettgehaltes, durch den die Wirksubstanzen besser gebunden werden können, einen besonders effektiven Schutz.
  • Milch: Pflegt die Haut besonders gut, insbesondere, wenn das Antioxidans Vitamin E enthalten ist.
  • Gel: Enthält wenig Fett und ist deswegen gut für Personen mit Akne sowie für Sportler geeignet.
  • Spray: Eignet sich bei sportlichen Aktivitäten besonders gut, da es immer wieder schnell und unkompliziert aufgesprüht werden kann.

Ist mineralische Sonnencreme besser als eine klassische Sonnencreme?

Verbraucher können darauf vertrauen, dass Kosmetikprodukte sicher und gesundheitlich unbedenklich sind. Dies gewährleisten die umfassenden Bestimmungen und Richtlinien, die in der EU für alle kosmetischen Produkte gelten und entsprechende Sicherheitsbewertungen durch die Hersteller. Dies gilt auch für alle Sonnenschutzmittel, unabhängig davon, ob sie ihre Schutzwirkung auf Basis von Mikropigmenten (sogenannten „mineralischen“ UV-Filtern), löslichen organischen (auch „chemisch“ genannten) UV-Filtern oder auf einer Kombination von beiden Filtern entfalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich zur Sicherheit bei der Anwendung durch Konsumenten mehrfach geäußert und empfiehlt die Anwendung von kosmetischen Sonnenschutzmitteln zum Schutz vor übermäßiger UV-Bestrahlung. Hier geht es zur aktuellen Stellungnahme des BfR.

Lösliche organische UV-Filter absorbieren die UV-Strahlung und bilden in der oberen Hautschicht eine Art Schutzschild. Mineralische UV-Filter reflektieren, streuen und absorbieren die Sonnenstrahlen auf der Hautoberfläche - anschaulich erklärt in diesem Video. Bei aktuellen Produkten kombinieren die Hersteller meist beide Formen des Schutzes. So wird ein möglichst breiter Schutz für die Anwender erzielt.

Alle Sonnenschutzprodukte, unabhängig davon, ob sie ihre Schutzwirkung auf Basis mineralischer UV-Filter, gelöster organischer (oder „chemischer“) UV-Filter oder auf einer Kombination von beiden Filtern entfalten, sind gleichermaßen verträglich. Auch wirken alle Sonnenschutzmittel, unabhängig von den verwendeten Filtern, unmittelbar nach dem Auftragen.

Welche Körperstellen müssen besonders geschützt werden?

Die wichtigste Regel lautet: direkte Sonneneinstrahlung auf der gesamten Haut möglichst meiden, also den Schatten aufsuchen und/oder vor UV-Strahlung schützende Kleidung tragen. Zum Schutz von Kopf und Nacken ist zusätzlich eine auch den Nacken schützende Kopfbedeckung empfehlenswert. Auch die Augen brauchen Schutz, deshalb sollte immer an eine Sonnenbrille gedacht werden. Insbesondere Kinder sowie Jugendliche sollten sich in der Sonne nicht aus-, sondern anziehen und die Mittagssonne generell meiden. Babys sollten in den ersten 12 Monaten überhaupt nicht der Sonne ausgesetzt werden. Mehr Informationen hierzu gibt es unter Sonnenschutz für Babys und Kinder.

Besonderen Schutz benötigen Partien des Körpers, die nicht mit Kleidung bedeckt werden können. Diese sollten in jedem Fall mit Hilfe von Sonnenschutzmitteln geschützt werden. Dabei die sogenannten Sonnenterrassen am Kopf, wie beispielsweise Ohren, Nase und die Lippen, die Füße und die Schultern nicht vergessen. Sie sind der Sonne besonders ausgesetzt und sollten gut eingecremt werden.

Und besonders wichtig ist: Sonnenschutzmittel immer großzügig verwenden! Als zusätzliche Schutzmaßnahme ist eventuell auch die Anwendung von Sonnenschutzmitteln unter der Kleidung sinnvoll, beispielsweise unter UV-durchlässigen Textilien oder unter nasser Kleidung – etwa beim Schnorcheln. Im letzteren Fall muss das Sonnenschutzmittel wasserfest sein.