Parabene in Kosmetik – was sind Parabene?

Parabene sind Konservierungsstoffe und schützen vor dem mikrobiellen Verderb Sie machen kosmetische Mittel wie auch Lebens- und Arzneimittel länger haltbar und tragen dadurch zur Gesunderhaltung der Verbraucher bei.

Welche Wirkung haben Parabene in Kosmetik?

Solange kosmetische Produkte noch ungeöffnet sind, enthalten sie praktisch keine Keime. Nach dem Öffnen können jedoch Mikroorganismen in ein Produkt gelangen. Parabene wirken gegen Keime und Bakterien und gewährleisten somit eine angemessene Haltbarkeit und einen sicheren Gebrauch der Kosmetikprodukte.

Wie erkennt man, ob Kosmetik Parabene enthält?

Sind Parabene in einem Kosmetikprodukt enthalten, ist dies in der Inhaltsstoffliste erkennbar, die auf dem Produkt selbst oder der Umverpackung angebracht ist. Hier werden alle Inhaltsstoffe mit ihren so genannten INCI-Bezeichnungen (INCI: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) angegeben. Parabene enden mit dem Wortbestandteil „-paraben“ wie beispielsweise „Methylparaben“ oder „Ethylparaben“. Verbraucher können so leicht erkennen, ob ein Produkt Parabene enthält.

Welche Auswirkungen haben Parabene auf den menschlichen Körper?

Kosmetische Produkte unterliegen in der gesamten EU umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen. Da die Produkte direkt mit dem Menschen in Kontakt kommen, wird von Seiten des Gesetzgebers besonders streng darauf geachtet, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt enthalten sind. Das gilt auch für alle Konservierungsstoffe und damit auch für die Verbindungen aus der Gruppe der Parabene. Parabene sind eine besonders gut untersuchte Stoffgruppe und innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Konzentrationsgrenzen gesundheitlich unbedenklich. Dies belegen Untersuchungen des europäischen Wissenschaftsausschusses für Verbrauchersicherheit, des Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS). Parabene zeichnen sich zudem durch ein sehr niedriges Allergierisiko aus.

Lesen Sie das folgende Infoblatt der EU-Kommission, für weitere Informationen über Parabene: Parabene in Kosmetikprodukten – Informationsblatt der EU-Kommission.

Video: Warum sind Parabene in meiner Kosmetik? https://www.youtube.com/watch?v=CgdEJiEhVzU

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Parabenen in Kosmetik

Wie lange sind Kosmetikprodukte haltbar?

Grundsätzlich sind die meisten Kosmetikprodukte ab dem Tag ihrer Herstellung mindestens 30 Monate lang haltbar. Wird dieser Zeitraum unterschritten – beispielsweise bei empfindlichen oder unkonservierten Rezepturen – muss auf der Verpackung ein Mindesthaltbarkeitsdatum genannt werden. Dieses steht häufig in Verbindung mit der Abbildung einer Sanduhr, die den Wortlaut „mindestens haltbar bis“ ersetzt.

Sind Produkte länger als 30 Monate haltbar, muss eine Frist angegeben werden, wie lange das Produkt nach dem Öffnen bei sachgemäßem Gebrauch haltbar ist. Der Zeitraum wird mit dem Symbol eines offenen Cremetiegels gekennzeichnet, das in Kombination mit der Zeitangabe in Monaten, abgekürzt durch „M“, angegeben ist – zum Beispiel „6 M“ für eine Mindesthaltbarkeit von sechs Monaten nach dem Öffnen.

Haben Parabene eine hormonähnliche Wirkung?

Nein. Die Substanzen kommen in so geringen Mengen mit dem menschlichen Körper in Kontakt, dass eine hormonähnliche Wirkung nicht eintreten kann. Dies bestätigen anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen, etwa durch den europäischen Wissenschaftsausschuss für Verbrauchersicherheit, das Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS). Auch  das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt in Bezug auf Inhaltsstoffe mit hormonähnlicher Wirkung fest: „Die derzeit vorliegenden Daten zur Exposition gegenüber einzelnen Substanzen ergeben keine wissenschaftlich fundierten Belege für eine Gesundheitsgefährdung.“

Zur Diskussion um eine mögliche hormonaktive Wirkung von Parabenen lesen Sie bitte auch den Artikel Kosmetika und hormonähnliche Wirkung.

Können Parabene Allergien hervorrufen?

Kosmetische Mittel unterliegen EU-weit einer Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen, die die Sicherheit der Produkte für den Verbraucher gewährleisten. Körperpflegeprodukte, die Verbraucher in Deutschland kaufen können, sind gesundheitlich unbedenklich. Trotz umfangreicher Verträglichkeitstests und sorgfältiger Auswahl der Rohstoffe kann es vorkommen, dass bestimmte Bestandteile in kosmetischen Produkten Allergien auslösen. Sensibilisierte Personen reagieren in diesen Fällen auf an sich harmlose Inhaltsstoffe mit einer allergischen Reaktion.

Parabene gehören zu den bewährten Konservierungsstoffen, da sie sehr gut verträglich sind. Hersteller nutzen diese Stoffgruppe schon seit langer Zeit, da sie nur sehr selten allergische Reaktionen auslöst. Auch die Experten vom Bundesinstitut für Risikobewertung und viele Dermatologen sprechen sich daher für den Einsatz von Parabenen in kosmetischen Produkten aus.

Mehr Informationen zu Allergien finden Sie bei den häufig gestellten Fragen zum Thema Unverträglichkeiten und bei „Allergie – Abwehr gegen fremde Stoffe“.

Sind Konservierungsstoffe in Kosmetik gefährlich für die Gesundheit?

Nein. Konservierungsstoffe schützen kosmetische Produkte vor dem mikrobiellen Verderb und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit der Verbraucher.

In der EU sind zurzeit ca. 60 Stoffe zur Konservierung von Kosmetikprodukten zugelassen. Sie wurden in strengen Verfahren von unabhängigen Wissenschaftlern getestet. Experten bewerten die Substanzen regelmäßig neu. Deswegen sind Konservierungsstoffe in Kosmetik für den Menschen gut verträglich.

Mehr zum Thema Konservierungsstoffe finden Sie in dem Artikel „Warum kosmetische Mittel konservieren?“

Was bedeutet der Aufdruck „frei von Konservierungsstoffen“?

Mit dem Aufdruck „frei von Konservierungsstoffen“ soll verdeutlicht werden, dass ein Kosmetikprodukt keinen Zusatzstoff enthält, der dem Zweck der Haltbarmachung dient. In manchen Fällen ist der Zusatz von Konservierungsstoffen aber auch gar nicht erforderlich; beispielsweise, wenn die Rezeptur des betreffenden Produkts an sich keinen guten Nährboden für Bakterien und Keime bietet. Sie enthält dann z. B. wenig Wasser (Lippenstifte) oder ist stark sauer oder basisch (Enthaarungscremes) eingestellt. Oder aber die Verpackung eines Pflegemittels ist so gewählt, dass sich Mikroorganismen erst gar nicht ansiedeln können, wie das bei Aerosolsprays, Vakuumspendern und Einmalverpackungen der Fall ist.

In kosmetischen Produkten werden auch Stoffe eingesetzt, die nur als Nebeneffekt konservieren, so genannte „multifunktionelle Inhaltsstoffe“. Beispielsweise haben ätherische Öle häufig die hauptsächliche Funktion, den Geruchseindruck zu verbessern – wirken aber gleichzeitig auch konservierend. Als „frei von Konservierungsstoffen“ gelten Produkte mit Inhaltsstoffen, die als Nebeneffekt konservieren, grundsätzlich nicht. Nur wenn dieser Nebeneffekt nicht zum Produktschutz beiträgt, können diese Produkte ggf. den Aufdruck „frei von Konservierungsstoffen“ tragen.