Nutzen kosmetischer Produkte und gesetzliche Anforderungen

Schönheits- und Körperpflegeprodukte sind aus dem Alltag der Verbraucher heute nicht mehr wegzudenken. Viele der Produkte werden täglich und einige sogar mehrmals am Tag angewendet. Die Anforderungen an die gesundheitliche Unbedenklichkeit sind daher sehr hoch. Sie betreffen nicht nur das fertige Produkt und die Art, wie es angewandt wird, sondern auch die darin enthaltenen Inhaltsstoffe. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Hygiene und steigern das persönliche Wohlbefinden. Zu diesen Produkten gehören beispielsweise Reinigungs- und Pflegeprodukte, wie das Duschbad, die Gesichtscreme, das Shampoo und die Körperlotion sowie auch dekorative Kosmetika wie Lippenstift, Mascara und Make-up.

Darüber hinaus gibt es auch kosmetische Produkte, die umfangreich zum Schutz von Haut, Haaren und Zähnen beitragen. So sind Sonnenschutzmittel bei einem längeren Aufenthalt im Freien im Sommer wie auch im Winter sehr wichtig, da sie die Haut vor den gefährlichen Strahlen der Sonne schützen. Und auch das Reinigen der Zähne mit Zahnpasta ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens und trägt entscheidend zur Zahngesundheit bei.

Die Bedeutung kosmetischer Produkte für das persönliches Wohlbefinden und Selbstbewusstsein wird durch eine Reihe von Studien bestätigt. So zeigen die Ergebnisse von Consumer Insights 2017, einer repräsentativen Befragung des europäischen Kosmetikverbands Cosmetics Europe unter europäischen Verbrauchern, dass kosmetische Produkte sehr wichtig für eine hohe Lebensqualität und starkes Selbstwertgefühl sind. 72 Prozent der Studienteilnehmer sagen, dass kosmetische Produkte ihre Lebensqualität erhöhen. Dabei zählen die Befragten einen guten Gesundheitszustand und eine angemessene Körperpflege zu den wichtigsten Kriterien – noch vor finanzieller Stabilität und einem gut bezahlten Job. Und 80 Prozent der Befragten bestätigen, dass ein gepflegter Auftritt das Selbstbewusstsein stärkt, denn Kosmetikprodukte sorgen für ein attraktives Äußeres und beeinflussen damit auch, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen in Deutschland kam bereits die Studie „Jugend ungeschminkt“ des IKW, die 2016 einen Blick auf die Altersgruppe der 14- bis 21-Jährigen geworfen hatte. Danach haben insbesondere die Heranwachsenden in der Pubertät mit ihrem Selbstwertgefühl zu kämpfen. Kosmetika helfen ihnen in dieser oftmals chaotischen Lebensphase sehr – 73 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, dass Kosmetikprodukte in ihrem Leben sehr wichtig sind. Ein gepflegtes und attraktives Äußeres gibt ihnen das Gefühl von Sicherheit, sozialer Akzeptanz und Kontrolle. So sagen 85 Prozent der befragten Mädchen und Jungen, dass sie Kosmetikprodukte nutzen, um sich sicherer zu fühlen.

Damit sich die Verbraucher darauf verlassen können, dass Kosmetik gesundheitlich unbedenklich ist, gibt es in Deutschland und in der gesamten EU umfangreiche gesetzliche Regelungen. Die europäische Kosmetik-Verordnung – die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel – regelt unter anderem durch genaue Vorgaben, was Kosmetik ist, welche Kennzeichnungspflichten bestehen und welche Inhaltsstoffe in den Produkten enthalten sein dürfen oder ausgeschlossen sind. Bei einigen Inhaltsstoffen werden darüber hinaus genaue Höchstmengen oder Beschränkungen des Einsatzbereichs vorgeschrieben. Jedes Produkt muss vor Verkaufsstart einer umfassenden gesundheitlichen Sicherheitsbewertung unterzogen werden, die von den sogenannten Sicherheitsbewertern durchgeführt wird. Nach ihrer Markteinführung überwachen die Hersteller die kosmetischen Produkte kontinuierlich weiter. Ähnlich wie Lebensmittel unterliegen Kosmetika zudem der amtlichen Kontrolle durch Behörden. So ist zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, dass die am Markt erhältlichen Produkte gesundheitlich unbedenklich sind.

Auch im Hinblick auf Umweltaspekte unterliegen kosmetische Produkte strengen gesetzlichen Anforderungen bzw. stoffbezogenen Regelungen. Im Rahmen des in der EU geltenden Chemikalienrechts REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) müssen zur Bewertung der Sicherheit für die Umwelt die eingesetzten Mengen sowie stoffbezogen Daten zu den physikalisch‐chemischen und ökotoxikologischen Eigenschaftenbetrachtet werden. In Deutschland gelten zudem für anionische und nichtionische Tenside in Bezug auf die Abbaubarkeit die Vorgaben des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes.