IKW-Zukunftsstudie Schöner.Leben.

50 Jahre im Einsatz für Verbraucher- und Umweltschutz! Über 400 Unternehmen und mehrere Partnerverbände setzen seit 1968 auf die Unterstützung durch den Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Aus diesem Anlass wagt Birgit Huber beim Round-Table für Journalisten und Beauty-Blogger im April 2018 den Blick in die Glaskugel, mit einer vom Frankfurter Zukunftsinstitut erstellten Studie. Die Fragen lauteten: Welche Mega-Trends beeinflussen die Schönheitspflege? Und: wie wird unser Hygieneverhalten im Haushalt zukünftig aussehen?

Das neue Schön

Die Zukunftsstudie »Echt ist das neue Schön« zeigt: übersteigertes Schönheitsideal und Jugendwahn haben ausgedient, die Selbstdarstellung jedoch nicht! Das neue Motto lautet: Mut zum Makel – und geschminkt wie »nude« aussehen. Die passenden Beauty-Produkte empfehlen Reviewer auf YouTube & Co.

These 1: Authentizität macht attraktiv

Vitiligo, Ganzkörper-Tattoo und Albinismus – zukünftig ist schön, was man hat und die anderen nicht. Über soziale Netzwerke schließen sich ähnliche »Phänotypen« zu Netz-Gemeinden zusammen: Sie verkörpern neue Formen der Ästhetik, die der omnipräsenten, dabei unerreichbaren Einheits-Schönheit die lange Nase zeigen. Als Gegenpol zur betonten Natürlichkeit liegt das Überinszenierte im Trend, wie die muskelbepackte Fitness-Queen, die »Barbie-Puppe« und der »echte« Kerl, naturverbunden und mit Bart. Ausgeprägte Individuen verlangen nach individuellen Schönheitsprodukten, die sich authentisch und transparent präsentieren. Wer als Hersteller beim Markenversprechen zu dick aufträgt, hat schnell verloren. Dafür sorgt die wachsende Review-Kultur.

These 2: Soziale Netzwerke sind Beauty-Hotspots

Welche Kosmetikprodukte Erfolg haben, wird auf YouTube, Instagram & Co. entschieden. Influencer testen und urteilen ohne Unterlass, bloggen über Inhaltsstoffe und Funktionsweisen. Portale, Apps und Web-Angebote werden so zu Schnittstellen zu den Kundinnen – und auch zu den männlichen Kunden. Denn Männer holen auf: das Angebot an Cremes und Tonics speziell für ihn nimmt stetig zu. Auch Make-up und Concealer sind kein Tabu mehr. Darüber können die Älteren nur lächeln. Sie leben ihr Leben frei von (Schönheits-)Zwängen und sehr bewusst.

These 3: Falten sind schön

Tschüss Jugendwahn, hallo happy Aging! Die neuen Alten stehen zu ihrem Aussehen und leben getreu dem Motto »Nichts lässt eine Frau so alt aussehen, wie ihr Versuch, jünger auszusehen«1. Das Leben ist zu kurz und kostbar, um nach unerreichbaren Idealen zu streben. Mit dem Body wird auch der Geist gepflegt – selbstverständlich, ohne die Umwelt zu belasten. Die für »Free-Ager« gemachten Beauty-Produkte ergänzen deren aktiven und achtsamen Lebensstil, inspirieren und geben Orientierung. Gut für mich = gut für die Umwelt – diese Gleichung muss aufgehen. Die »grüne« Zutatenliste wird zum wichtigen Kaufargument.

1frei nach Coco Chanel

Fazit: In punkto Schönheit wird es bunter. Neben der vermeintlich perfekten Schönheit setzt das Unperfekte und Individuelle neue ästhetische Maßstäbe. Daneben werden innere Werte und eine achtsame Lebensweise immer bedeutsamer, den »Free-Agern« sei Dank!

Zahlen und Fakten zur Zukunftsstudie unter www.ikw-zukunftsstudie.org