CMR-Stoffe in kosmetischen Produkten – was bedeutet das genau?

Jeder Stoff ist nach Chemikalienrecht aufgrund seiner Eigenschaften einzustufen. Dazu gehört auch eine Einstufung hinsichtlich einer möglichen Gefährdung für die menschliche Gesundheit. Dies ist vor allem wichtig für den Umgang mit chemischen Stoffen am Arbeitsplatz. Dort müssen bestimmte Vorkehrungen getroffen werden, um Personen, die mit potentiell gefährlichen Stoffen täglich über einen längeren Zeitraum umgehen, zu schützen. Es gibt verschiedene Einstufungen, wie z. B. als entzündlich, reizend, sensibilisierend, aber auch krebserzeugend, erbgutverändernd und fruchtbarkeitsgefährdend (cancerogen, mutagen, reproduktionstoxisch – CMR), um nur einige Beispiele zu nennen.

Ist ein Stoff hinsichtlich eines bestimmten Gefahrenpotentials eingestuft, dann bedeutet das nicht automatisch, dass er nicht in bestimmten Konzentrationen oder unter definierten Anwendungsbedingungen sicher in kosmetischen Mitteln eingesetzt werden kann. Für jedes kosmetische Produkt wird unter Berücksichtigung von Konzentration und Exposition (Anwendungsdauer, Anwendungshäufigkeit sowie Anwendungsart des Produktes) eine Bewertung durch einen speziell dafür ausgebildeten Sicherheitsbewerter durchgeführt. 

Stoffe, die im Chemikalienrecht als CMR-Stoffe eingestuft werden, müssen darüber hinaus noch vom wissenschaftlichen Sachverständigenausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) bewertet werden. Fällt diese Bewertung positiv aus, wird der Stoff unter bestimmten Rahmenbedingungen zugelassen und kann entsprechend in Kosmetika eingesetzt werden.

Die Hersteller kosmetischer Produkte verfolgen die Diskussionen um mögliche Neueinstufungen von Chemikalien als CMR-Stoffe sehr aufmerksam. Es ist ihr Anliegen, nur sichere und wirksame Produkte den Verbrauchern anzubieten.