Zur Auslobung „hypoallergen“

Der IKW hatte schon in einer Empfehlung von 1995 darauf hingewiesen, dass mit einer Auslobung kosmetischer Mittel als „hypoallergen“ eine erhebliche Gefahr der Irreführung des Verbrauchers verbunden sei, die nur durch eine nähere Erläuterung des Begriffes vermieden werden könne. Das SCCNFP (Scientific Committee on Cosmetic and Non-Food Products Intended for Consumers – wissenschaftliches Beratungsgremium der Europäischen Kommission) hat jedoch im Zusammenhang mit der Auslobung kosmetischer Mittel den Begriff „hypoallergen“ beraten und im Mai 1998 die folgende Stellungnahme verabschiedet, ohne hierbei noch die Möglichkeit einer derartigen Erläuterung in Betracht zu ziehen:

„Von der Verwendung des Begriffs 'hypoallergen' zur Beschreibung kosmetischer Mittel ist abzuraten. Die wörtliche und die generell übliche Auslegung unterscheiden sich voneinander, was zur Verwirrung der Verbraucher führen kann. Die Kosmetikindustrie ist verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Produkte für die allgemeine Bevölkerung ‚unbedenklich’ sind, wenngleich Überempfindlichkeitsreaktionen einzelner Personen nicht auszuschließen sind. Personen mit einer spezifischen Kontaktallergie können das betreffende Allergen vermeiden, indem sie sich anhand der Etiketten der kosmetischen Mittel über deren Bestandteile informieren.“

Zwischenzeitlich hat die Kosmetik-Kommission beim BfR auch eine Stellungnahme zu „hypoallergen“ veröffentlicht, nach der insbesondere die Anwendung des HRIPT (Human Repeated Insult Patch Test) zum Beleg einer solchen Werbeaussage als ethisch nicht vertretbar abgelehnt wird. Dieser Stellungnahme kann sich der IKW insoweit anschließen. Nach wie vor vertritt der IKW allerdings die Auffassung, dass die Gefahr einer Irreführung des Verbrauchers durch die Aussage „hypoallergen“ auszuschließen ist, wenn der Begriff mit einer entsprechenden Erläuterung versehen wird. Insoweit sollten die in Brüssel noch laufenden Beratungen über eine mögliche Ergänzung der Leitlinien zur Claims-Verordnung (EU) Nr. 655/2013 um EU-weit harmonisierte Kriterien zur Verwendung dieses Begriffs in der Werbung für kosmetische Mittel abgewartet werden.

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