Journalisten-Kosmetiktraining 2016: Thema Haut

Haut im Fokus

Faszinosum Haut

Haut – Schlüssel zur Schönheit

Wie ist die Haut aufgebaut, welche Funktion hat sie und wie ändert sich diese Funktion altersbedingt? Was hat es mit der Hyperpigmentierung auf sich und welche neuen Wirkstoffe gibt es in der Anti-Age Hautpflege? Im diesjährigen Kosmetiktraining für Journalisten in Hamburg und München gaben international anerkannte Experten aus Forschung und Entwicklung Antworten auf diese und weitere spannende Fragen.

Basiswissen schön schnittig

Nachhilfe vom Feinsten für Beauty-JournalistInnen bieten Dr. Lena Schön und Dr. Pia Paes vom Dermatologikum Hamburg. Die intakte Haut bildet eine Schutzbarriere gegenüber Einflüssen von außen. Talgdrüsen halten den oberflächlichen Schutzfilm dicht und die Haare geschmeidig. Schweißdrüsen kühlen und senden Duftsignale. Pigmentzellen schützen vor der Sonne. Wenn es gefährlich wird, weil Keime eindringen oder die Haut verletzt ist, bringen Langerhanszellen die Immunabwehr in Aufruhr.

Pigment, die neue Falte!

Laut Prof. Dr. Christiane Bayerl und Dr. Sabine Zenker schwappt der Hype um die Hyperpigmentierungen gerade aus Asien zu uns. Die Dermatologinnen zitieren Studien, nach denen ein Mensch mit gleichmäßiger Pigmentierung um zehn Jahre jünger geschätzt wird. Kein Wunder, dass Betroffene die kosmetisch störenden aber harmlosen Pigmentflecke wieder loswerden wollen! Je nach Ursache muss man unterschiedliche Therapien anwenden.

Nicht sauber, sondern rein?

Wie man die Haut ihrem Alter entsprechend reinigt und pflegt, ist das Thema von Dr. Marianne Waldmann-Laue. Stehen in der Pubertät noch Unreinheiten und die übermäßige Talgproduktion im Fokus, so wird die Haut im Laufe des Lebens immer fettärmer, schlaffer und empfindlicher. Den aktuellen Bedürfnissen der Haut entsprechende Pflegemaßnahmen machen also viel Sinn. Ölige Haut und Mischhaut mögen es leicht, z. B. mit Wasch- und Feuchtigkeitsgelen und Öl-in-Wasser-Emulsionen. Feuchtigkeits- und fettarme Hautzustände dagegen vertragen reichhaltigere Rezepturen wie Reinigungsmilchen und Wasser-in-Öl-Cremes«, erklärt Dr. Waldmann-Laue. Für jede Haut einsetzbar sind Mizellenwässer: sie enthalten nur so viele waschaktiven Substanzen (Tenside), dass öliger Schmutz, Make-up und Talgreste durch Mizellenbildung gelöst werden können. Den oberflächlichen Hautschutzfilm halten sie dabei intakt. In punkto Wirkstoffe liegt man mit Antioxidantien und UV-Schutz immer richtig. Dagegen sind Fruchtsäuren und Peeling-Partikel sowie Ingredienzen mit antibakteriellen, hautberuhigenden und mattierenden Eigenschaften vor allem für junge Haut interessant. Zu den Wirkstoff-Favoriten für erwachsene, feuchtigkeitsarme Haut zählen Aloe Vera, Urea, Dexpanthenol; fettarme Teints kommen mit Ceramiden und Mandelöl wieder ins Lot. Verliert reife Haut mit den Jahren an Strahlkraft, helfen Kreatin, Phytosterole, Reservatrol und Co-Enzym Q10 die Zellen zu regenerieren. Neben diesen Evergreens gibt es unter den »Better-Aging-Zutaten« aber auch Newcomer. Andrea Weber, Biologin stellt sie vor. Der neueste Fokus bei der Auswahl neuer Wirkstoffe heißt »Anti-Pollution«:

Kugelblume gegen Umweltstress

Pigmentflecke, Elastizitätsverlust und rote Äderchen sind nur einige der sichtbaren Folgen der stetig wachsenden Umweltbelastung für die Haut. Neben UV- und Infrarot-Strahlung, Zigarettenrauch und Alkohol führen Feinstaub und Elektrosmog dazu, dass in der Haut zuviel Protein-Müll entsteht. Dieser lässt die Haut vorzeitig altern. Wirkstoffe, die die Stressresistenz der Zelle und deren Entgiftung erhöhen, stehen folglich hoch im Kurs bei Kosmetikherstellern. Ausgeklügelte Mixturen mit Pflanzextrakten wie Kugelblume, Schmetterlingsflieder und Olivenblatt werden als Beispiele aufgeführt. Inwieweit Zellwände, DNA und natürliche Abwehrenzyme der Haut durch die Neuzugänge im Tiegel profitieren, lässt sich in vitro nachweisen. Infolge des Detox-Effekts soll das Hautbild gleichmäßiger werden und das Bindegewebe an Spannkraft gewinnen. Apropos »Detoxing«: der Organismus schafft das ganz ohne Nachhilfe aus der Tube, über die Poren und die Schweißdrüsen.

Schwitzen, was das Deo erlaubt...

Kaum zu glauben: in vielen Ländern ist die Kontrolle von Schweiß und Körpergeruch (noch) ziemlich unwichtig! So benutzt in Vietnam und Taiwan gerade mal jeder siebte Einwohner ein Deodorant, hierzulande sind es mit 94 Prozent fast alle2, erzählt Dr. Stephan Ruppert. Warum auch in Thailand und Korea nur jeder vierte die Geruchsbildung bekämpft, hat aber noch einen anderen Grund: Die Asiaten riechen einfach nicht so stark. Dr. Ruppert verrät auch, welche Applikationsformen besonders beliebt sind: »Absoluter Favorit ist das Aerosol-Spray, dicht gefolgt von Roll-On’s.« Dabei ist Deo nicht gleich Deo. Die meisten Verwender entscheiden sich für ein Antitranspirant, «einfach, weil es zuverlässiger ist«, meint Ruppert. Antitranspirantien drosseln die Schweißproduktion. Sie enthalten Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsenausgänge verengen. Das klassische Deodorant hingegen enthält nur antibakterielle Zusätze, außerdem Duftstoffe, die den Schweißgeruch maskieren und überdecken. Dabei ist einfacher Schweiß aus den (über den ganzen Körper verteilten) epokrinen Schweißdrüsen eigentlich geruchlos. Körpergeruch entwickelt sich, wenn Bakterien das milchige, an Lipiden und Proteinen reiche Sekret der apokrinen Schweißdrüsen in Achselhöhlen und Intimbereich zersetzen. Je mehr Haare die Oberfläche vergrößern, desto intensiver riecht man. Das Geruchsproblem wird also »an den Haaren herbei gezogen.« Dagegen hat Dr. Tessa Stahl ein probates Mittel:

2(Quelle: BHT weekly usage %/2013)

Haare ab! Aber wie?

Keine leichte Entscheidung: die Palette an Enthaarungsmethoden reicht von Rasur, Enthaarungscreme über »Zwirbeln«, Wachsanwendung, Epilierer bis hin zum Intense-Pulsed-Light-Blitzlicht. Die Haut unter der Achsel ist dünn und empfindlich. Das Auflösen chemischer Bindungen im Keratin des Haares mittels Enthaarungscreme ist zwar absolut schmerzfrei, die Salze der Thioglykolsäure werden jedoch von sensibler Haut oft nicht toleriert. Demgegenüber tut das Herausziehen des Haares mit samter Wurzel per Wachsanwendung oder Epilierer zwar weh, hält die enthaarte Zone dafür für mehrere Wochen schon glatt. Eine Sonderstellung nimmt die IPL-Laseranwendung ein. »Hier werden Lichtimpulse über das Melanin des Haares bis zur Haarwurzel transportiert und dort in Wärmeenergie umgewandelt: Die Hitze zerstört den Haarfollikel“, geht Dr. Stahl ins Detail. Die IPL-Methode ist besonders nachhaltig, funktioniert allerdings nur für helle Haut mit dunkleren Haaren.

Die Haut im Fokus der Kosmetik...

... wird gereinigt und gepflegt, enthaart und aufgehellt, geglättet und von störenden Gerüchen befreit. Am Ende des Seminars wussten alle Anwesenden, wie das am besten geht und Frau (und Mann) es richtig macht.

 

Zu den Seminaren:

Seit 2006 bietet der Kompetenzpartner Schönheitspflege ganztägige Weiterbildungsseminare an. International anerkannte Experten aus Forschung und Entwicklung vermitteln Basiswissen über Haut und Haar, gepaart mit neuesten Erkenntnissen und erklären die Zusammensetzung moderner Kosmetikprodukte. Die Seminare eignen sich für JournalistInnen, die ihr Wissen auffrischen und auf den neuesten Stand bringen möcht

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