Farben für das Haar – so wirken sie

Grundsätzlich lassen sich bei Haarfarben vier Produkttypen unterscheiden: Auswaschbare Haarfarben (Level 1), Permanente Haarfarben (Level 2), Permanente Haarfarben (Level 3) und Blondierungen.

Auswaschbare Haarfarben (Level 1)

Auswaschbare Haarfarben oder Tönungen sind nicht dauerhaft: Nach sechs bis acht Haarwäschen waschen sich die Farbstoffe wieder aus. Tönungen decken weiße Haare bis zu einem Anteil von 30 Prozent ab. Eine Aufhellung der Haare ist mit ihnen nicht möglich – es können nur dunklere Farbtöne erzielt werden. Pflanzenhaarfarben basieren auf ähnlichen Farbstoffen und erzielen eine vergleichbare Wirkung. 

Anwendung: 

Produkte dieses Typs werden gebrauchsfertig angeboten. Sie können ohne Mischen direkt auf das Haar aufgetragen werden. Meist sind es milde Shampoo- oder Spülungsformulierungen, es gibt aber auch Creme- oder Schaumversionen.

Permanente Haarfarben (Level 2 und 3)

Bei permanenten Haarfarben unterscheidet man zwischen Intensivtönungen (Level 2) und Kolorationen (Level 3). Intensivtönungen, auch Tönungswäschen genannt, halten bis zu 24 Haarwäschen und decken weiße Haare bis zu einem Anteil von 50 Prozent ab.

Dauerhaft haltbar sind hingegen Kolorationen. Weiße Haare werden damit bis zu 100 Prozent abgedeckt. Im Gegensatz zu Intensivtönungen eignen sie sich auch zum Aufhellen der Haare.

Anwendung: 

In den Verpackungen dieses Produkttyps befinden sich grundsätzlich mindestens zwei Komponenten, die direkt vor dem Auftragen vermischt werden. Einmal gemischte Kolorationen müssen sofort verwendet werden.

Blondierungen

Mit Blondierungen lassen sich die Haare um bis zu neun Farbstufen aufhellen. Blondierungen unterscheiden sich von Haarfarben dadurch, dass sie die Haare bleichen – sie entziehen ihnen also ihre Farbe. Um das Haar beim Blondieren zu schonen, sollte bei regelmäßigem Gebrauch immer nur der Haaransatz behandelt werden. 

Anwendung: 

Die Produkte bestehen in der Regel aus zwei Komponenten, die direkt vor dem Auftragen vermischt werden. Einmal gemischte Blondierungen müssen sofort verwendet werden. Bei Blondierungen muss die Einwirkzeit unbedingt beachtet werden, da bei Unterschreitung möglicherweise ein orangener Farbstich bleibt und da bei Überschreitung eventuell das Haar geschädigt wird. Einkomponenten-Produkte sind meist im Haar verbleibende Produkte, die das Haar leicht um ein bis zwei Farbstufen aufhellen.

Chemische Mechanismen:

Auswaschbare Haarfarben enthalten unterschiedliche Farbstoffe, die sogenannten Direktzieher. Sie können aufgrund ihrer Größe nur in die äußeren Bereiche des Haares eindringen. Sie werden daher nicht im Haar fixiert, sondern „tönen“ nur die äußere Schuppenschicht.

Permanente Haarfarben sind Oxidationshaarfarben und basieren auf folgendem Mechanismus: Ein Alkalisierungsmittel lässt das Haar aufquellen und öffnet somit die äußere Schuppenschicht. Kleine, noch farblose Moleküle dringen mit dem Oxidationsmittel – meist Wasserstoffperoxid - in das Haarinnere ein. Hier bilden sie große, farbige Moleküle, die sich entweder gar nicht oder erst nach längerer Zeit aus dem Haar lösen.

Blondierungen basieren auf einem Bleichmechanismus: Bleichverstärker (Persulfate) bauen in Zusammenwirkung mit dem Oxidationsmittel die farbgebenden Naturpigmente der Haare, die Melanine, ab. Dabei werden zunächst die dunklen Farbpigmente (Eumelanine) und anschließend die hell-rötlichen Pigmente (Phäomelanine) abgebaut. 

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