Frühjahrsputz - mit den richtigen Produkten ein leichtes Unterfangen

Bis ins 19. Jahrhundert hinein - als offenes Feuer zum Kochen, Heizen und zur Beleuchtung verwendet wurde - war es üblich, mit den ersten erhellenden Sonnenstrahlen und wärmeren Temperaturen das Haus gründlich von Ruß und Staub zu befreien. Nach christlicher Tradition sollte sich zudem das Haus zum Osterfest im frischen und sauberen "Kleid" präsentieren. Dieser Brauch ist bis heute geblieben. Schließlich beleuchtet das im Frühling schräg einfallende Sonnenlicht auch heute noch Staub, Schlieren und andere Verunreinigungen besonders deutlich. Doch was gilt es beim Großreinemachen zu beachten? Was wird einmal jährlich sauber gemacht? Ganz einfach: all das, was aus hygienischen Gründen nicht sowieso schon regelmäßig gereinigt wird, also z. B. Heizkörper, das Innere von Schränken oder Gardinen. Eines sei vorweg verraten: Dank der großen Auswahl an Haushaltsreinigern macht der Frühjahrsputz bei ein wenig Systematik richtig Spaß.

Planung ist das A und O 

Am Anfang steht die individuelle Checkliste. Säubert der eine lieber einen Raum nach dem anderen, fasst der andere lieber gleiche Tätigkeiten wie Fensterputzen zusammen. Doch das wiederum ist nicht so einfach planbar, denn gerade dafür braucht man gutes Wetter! Putzen mit allen Sinnen ist angesagt. Mit Musik geht's für viele leichter von der Hand. Und Putzlappen und Bürsten in fröhlichen Farben zaubern selbst bei manchem Putzmuffel ein Lächeln ins Gesicht. Angenehm duftende Produkte wiederum, das kennt man vom Wäschewaschen, beflügeln den Geruchssinn. Wieder andere fühlen sich beim Putzen in Gesellschaft wohler. Gelingt es, die Unterstützung durch die Familie zu gewinnen, kann man sich bei der anschließenden Belohnung, z.B. einem großen Stück Sahnetorte für jeden, gemeinsam an der geschaffenen Ordnung erfreuen. Andere lassen eine Putzparty mit Freunden steigen, dann ist der Spaß schon bei der Arbeit vorprogrammiert.

Bestandsaufnahme 

Zunächst wird der Putzmittelschrank durchgeforstet: Was ist vorhanden, was fehlt. Benötigt werden basische Allzweckreiniger gegen Fettschmutz, saure Reiniger gegen Kalk sowie Pflegemittel für Oberflächenschutz, Glanzerneuerung und Farbauffrischung. Auch kleine 5-Liter- und große 10-Liter-Eimer, Putzlappen, Staubtücher, Schwämme, Bürsten, Bodentuch und Schrubber oder Wischsystem sind erforderlich. Bevor es richtig losgehen kann, wird aufgeräumt. Dabei bietet sich auch die Gelegenheit, einmal gründlich auszumisten. Zeitschriften aus dem letzten Jahr, den Mantel, den man immer nochmal tragen wollte oder abgelaufene Lebensmitttel, die sich ganz hinten im Vorratschrank verstecken. Entrümpeln vor dem "Großreinemachen" macht Sinn, denn es verschafft Überblick und erleichtert die Arbeit.

Los geht´s!

Wo man mit dem Frühjahrsputz beginnt, bleibt den eigenen Putzgewohnheiten und -vorlieben überlassen. Zu Anfang am besten mit einer leichten Tätigkeit wie dem Abstauben einsteigen, um in Schwung zu kommen. Damit keine versteckten Ecken vergessen werden, lohnt es sich, Raum für Raum vorzugehen. Generell gilt dabei immer: von hinten nach vorne und von oben nach unten putzen. 

Das Herzstück der Wohnung: die Küche

Vieles wird in der Küche regelmäßig gereinigt. Beim Frühjahrsputz sollte man jedoch vor allem das Innenleben der Küchenschränke besonders gründlich reinigen. Dazu Schränke ausräumen, mit einem feuchten Lappen auswischen und gut trockenreiben. Gleiches gilt für die Oberseite der Küchenschränke. Hier sammelt sich über das Jahr hinweg so manches Staubkorn und auch Fett vom Kochdunst. 

Kalk, Seifenreste, Zahnpasta und Co: das Bad 

Schmutzfaktor Nummer eins in jedem Bad: Seife und Kalkreste, die sich hartnäckig an Brauseköpfen, Wasserhähnen und Perlatoren festsetzen. Säurehaltige Reiniger, flüssig, konzentriert oder zum Sprühen, sind jetzt gefragt. Bei besonders hartnäckigen Verkrustungen auf Keramik einen Lappen mit dem Kalklöser tränken und über Nacht einwirken lassen. 

Für klare Sicht: Fenster nicht vergessen!

Gerade wenn die ersten Sonnenstrahlen gnadenlos jeden Schmutz entlarven, ist Fensterputzen angesagt. Mit der richtigen Technik ist das gar nicht so schwer. Mindestens zweimal pro Jahr sollte man Fenster- und Fensterrahmen richtig reinigen. Spezielle Glasreiniger enthalten Alkohole, Tenside und zum Teil auch Alkalien und eignen sich deshalb für streifenfreie Reinigung großflächiger Fenster, Glastüren oder auch Spiegel. Einfach aufsprühen und mit einem trockenen Lappen gründlich nachreiben. Bevor man mit dem Fensterputzen beginnt, die Gardinen abnehmen und bei 30 Grad Celsius mit Gardinenwaschmittel in der Maschine waschen. 

Teppich und textile Polster

Polster und Teppiche sind versteckte Schmutz- und Geruchsfänger. Deshalb Polster wie z.B. das heißgeliebte Kuschelsofa in beide Faserrichtungen absaugen. Flecken auf Polstern oder Teppichen geht es mit speziellen Fleckenreinigern, - schäumen oder -shampoos an den Kragen, die nach kurzer Einwirkzeit einfach abgetupft oder abgesaugt werden. Seifenreiniger sind ungeeignet. Sie hinterlassen häufig klebrige Rückstände, die eine schnelle Wiederanschmutzung verursachen. 

Gründliche Reinigung für alle Böden

Je nach Bodenart gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Reinigung. Unglasierte Keramikbeläge mit grobporiger Oberfläche beispielsweise sind schmutzempfindlich. Zur Reinigung ist einmal im Jahr ein Grundreiniger empfehlenswert. Glasierte Kunststeinböden sollten vor dem Putzen auf die Verträglichkeit von sauren und alkalischen Putzmitteln getestet werden. Natursteinböden sind mit speziellen Steinpflegemitteln am besten geschützt. Auch beim Frühjahrsputz von Holzböden, Laminat und Linoleum spezielle Reiniger verwenden und immer nur "nebelfeucht" wischen. Dazu zwei Tücher verwenden. Das erste Tuch nass machen und gut auswringen. Anschließend in das zweite, trockene Tuch wickeln und beide zusammen noch einmal auswringen. So erhält man zwei nebelfeuchte Tücher. 

Möbelstücke: Schutz für langanhaltende Schönheit

Möbelstücke machen länger Freude, wenn man sie hin und wieder einer so genannten "Möbelkur" unterzieht. Neben der gängigen Reinigung wie dem Abstauben wird beim Frühjahrsputz das Holz gepflegt. Möbelpolituren enthalten hochwertige Wachse, Öle und andere pflegende Substanzen. Diese Inhaltsstoffe sorgen für Glanz und Schutz, erleichtern das Polieren und schützen die Oberfläche vor Nässe und Feuchtigkeit. Für alle versiegelten Holzmöbel eignen sich Möbelpflegeemulsionen auf Wasserbasis. Offenporige und antike Möbel mit Wachs behandeln. Kratzer verschwinden mit Produkten, die Unebenheiten einfärben. Hochwertige Hölzer wie Teak bedürfen einer Sonderbehandlung mit stark ölhaltigen Produkten. 

Platz für frische Frühlingskleidung

Angenehme Temperaturen und sonnige Tage sind ein erstes Zeichen für den Frühling. Adieu Winterkleidung heisst es da im Kleiderschrank. Bevor die warmen Kleidungsstücke auf dem Speicher oder im Keller gelagert werden, haben sie sich eine ausgiebige Reinigung verdient. Das schützt vor Motten und verhindert böse Überraschungen, wenn die Lieblingsteile im nächsten Winter wieder hervorgeholt werden. Deshalb Kleidung je nach Material und Pflegehinweis auf dem Etikett waschen oder ggf. reinigen lassen. Anschließend einfach in praktischen Plastikkleidersäcken verstauen. So sind sie vor Staub geschützt und machen auch im nächsten Jahr noch Freude. 

Was sonst noch gemacht werden sollte

Mindestens einmal jährlich auch den schwer zugänglichen Nischen und Ecken in Haus oder Wohnung Beachtung schenken. Heizkörper abwischen oder -saugen, Jalousien sorgfältig abstauben, Spinnweben und Fußleisten absaugen, Türen und Zargen mit einem feuchten Tuch mit Allzweckreinigerlösung abwaschen und gut trocken reiben.

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